Global Zero Now (Uden – Kleine Brogel – Brussels)

On the first of June, the bikers hit the road for the final stages of the tour. After a short picknick in front of Eindhoven’s town hall, we were accompanied by two of our Dutch friends to the Belgian border.

For the next two days a youth club in Hechtel-Eksel was our base camp and starting point for circling the Belgian airforce base Kleine Brogel. The reactions of the soldiers in the base were quite variable – one showed us his middle finger from his armoured vehicle while others accepted sunflower seeds offered to them by local activists. At the Airbase’s „spotter’s corner“ we symbolically opened a natural park and were welcomed by a representative of the community of Peer and a member of PNND .

Besides we learned about military spending in Belgium and government plans to procure new military aircraft in order to replace the F16. Finally we handed over our letters to the subcommander of the base. In the evening we watched the excellent documentary Atomic Cafe.

Here you can see some pictures of this day.

And here we have some more: http://www.flickr.com/photos/atomwaffenfrei-jetzt/sets/72157630225968130/

Finally the „Great Day“ arrived. We left Boortsmeerbeek on the 4th of June at 07:30 to be at NATO Headquarters on time. For the last few kilometers to Brussels we were escorted by a plain police car. For some reason the other party didn’t seem ready when we arrived so we had to wait some extra 30 minutes in the rain before we could start completing the impressive security procedures. We used this extra time to show the art installation NUCLEAR GRASS one more time on a road under construction right in front of the NATO HQs.

Once we had been seated in the German Diplomatic Mission’s meeting room, the letters signed by Mayors for Peace were handed over to the Secretary General’s office manager. Then the three ambassadors arrived. Even for the experienced lobbyists among us it was a unique experience to meet three NATO ambassadors at a time. After a brief exchange between the ambassadors and our main spokespersons the floor was opened for discussion.

Our Dutch speaking friends can read more here.

And here come some more impressions for German speakers 😉

GLOBAL ZERO NOW – Letzter Tag – Bei der NATO in Brüssel (04. 06. 2012)

Weit ist es nicht von Boortsmeerbeek nach Brüssel, doch der Berufsverkehr in die Stadt hat es in sich (besonders für die Begleitautos). Schließlich kommen wir vor der NATO-Zentrale gleichzeitig an, die Radler mit ihren Fahnen und die Begleitautos mit dem Infomaterial und unserem NUCLEAR GRASS. Eine Straßenbaustelle direkt vor der NATO ist unser Glück: Ein Brüsseler Polizist in Zivilkleidung ist einverstanden, dass wir die Autos auf einem derzeit unbenutzten Straßenstück abstellen und auch direkt gegenüber der NATO-Einfahrt das NUCLEAR GRASS ausrollen.

Nach längerem Warten kommt ein Anruf – die NATO lässt die angemeldeten Besucher bitten: Kameras und Telefone bleiben im Auto, Gesichtskontrolle am Eingang und ein mittleres Rudel von Security-Menschen begleitet uns von jetzt an bis zum vorgesehenen Konferenzraum. Generalsekretär Rasmussens Bürochefin läßt sich von Wolfgang die Mappe mit den unterschriebenen Briefen überreichen und geht. Dafür kommen die NATO-Botschafter der drei durchradelten Länder: Botschafter Erdmann aus Deutschland und seine Kollegen Huygelen aus Belgien und Majoor aus den Niederlanden.

Längere Statements der drei Herren ergeben: Im Grunde haben wir alle ein Ziel – eine sichere Welt im 21. Jahrhundert… (so ungefähr hatte ich das erwartet). Nach einem kurzen Austausch zwischen den NATO-Botschaftern und unseren SprecherInnen (Susi Snyder für Pax Christi Niederlande, Pieter Teirlinck für die belgische Organisation Vrede und Wolfgang Schlupp-Hauck von der Pressehütte Mutlangen, gab es Raum für Fragen und Anmerkungen der anderen TeilnehmerInnen. Gerade, als es begann interessant zu werden und so etwas wie eine Diskussion in Gang kam, wurden wir mit Blick auf die Uhr zum Familienfoto auf den Gang gebeten, wo wir mit gemischten Gefühlen postierten.

Ernst & Judith

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„Zuverlässig, sicher und effektiv“?

Heute sind die RadlerInnen der „Global Zero Now“-Radtour (hoffentlich bei besserem Wetter als in Hessen!) die letzte Etappe gefahren und in Brüssel angekommen – sie werden sicherlich selbst davon berichten. In Brüssel steht zum Abschluss ein Gespräch bei der NATO an, dabei wird es (unter anderem) um die nukleare Teilhabe in der NATO gehen.

Über die nukleare Teilhabe hatte die NATO seit letztem Jahr intern eine ausführliche Diskussion geführt. Diese war nötig geworden, weil weder bei der Ausarbeitung des neuen Strategischen Konzeptes der NATO bis zum Herbst 2010 noch beim Gipfeltreffen in Lissabon im November desselben Jahres eine wirkliche Einigung über das Thema Atomwaffen erzielt werden konnte. Grund: Deutschland forderte gemäß den Vereinbarungen in der Koalitionsvereinbarung von CDU, CSU und FDP, „dass die in Deutschland verbliebenen Atomwaffen abgezogen werden“, während Frankreich aus Sorge, dass nach einem Abzug der US-Atomwaffen aus Europa die britischen und französischen Atomwaffenarsenale ins Visier von Abrüstungsbestrebungen rücken könnten, keine Veränderung des Status quo zulassen will. Also wurde 2010 in Lissabon ein Kompromiss geschlossen: Das Bündnis verpflichtete sich im Strategischen Konzept „auf das Ziel, die Bedingungen für eine Welt ohne Kernwaffen zu schaffen – bekräftigt aber, dass die NATO ein nukleares Bündnis bleiben wird, solange es Kernwaffen in der Welt gibt“. Außerdem beschloss das Gipfeltreffen 2010, „das gesamte Dispositiv der NATO zur Abschreckung und Verteidigung gegen die gesamte Bandbreite der Bedrohungen des Bündnisses weiterhin [zu] überprüfen, wobei Änderungen eines sich wandelnden internationalen Sicherheitsumfelds Berücksichtigung finden.“

Also fand im Vorfeld des Chicagoer Gipfeltreffens vom 20./21. Mai 2012 eine „Überprüfung des Abschreckungs- und Verteidigungsdispositivs“ statt, d.h. eine Überprüfung sämtlicher für die Abschreckung und Verteidigung „zur Disposition stehenden Personen und Mittel“ (Wahrig Fremdwörterbuch). Das offizielle Ergebnisdokument zeigt, dass innerhalb der NATO in punkto Atomwaffen in der NATO weiterhin keine Einigkeit hergestellt werden konnte.

Im folgenden nun einige Zitate aus dem Dispositiv-Papier:

„2. […] Die NATO wird gewährleisten, dass sie weiter über das gesamte Spektrum an Fähigkeiten verfügt, die für die Abschreckung und Verteidigung gegen jede Bedrohung der Sicherheit unserer Bevölkerungen notwendig sind, wo auch immer eine solche Bedrohung auftreten mag. Das Ziel der Bündnispartner ist es, die Abschreckung als Kernelement unserer kollektivenVerteidigung zu verstärken und zur unteilbaren Sicherheit des Bündnisses beizutragen.“

Die „Herausforderungen“ und „Bedrohungen“ „für die Sicherheit des Gebiets und der Bevölkerungen der NATO-Staaten“ übrigens sind in einer nicht enden wollenden Aufzählung in Absatz 4 des Dispositiv-Papiers festgehalten.

Kapitel II, „Der Beitrag der nuklearen Kräfte“, kommt dann richtig zu Sache:

„8. Kernwaffen sind neben konventionellen Kräften und Raketenabwehrfähigkeiten ein zentraler Bestandteil der Gesamtfähigkeiten der NATO zur Abschreckung und Verteidigung. Die Überprüfung hat gezeigt, dass das Dispositiv der nuklearen Kräfte des Bündnisses gegenwärtig die Kriterien eines wirksamen Abschreckungs- und Verteidigungsdispositivs erfüllt.“

Es bleibt (vorläufig) also alles beim Alten. Die wichtige Rolle von Atomwaffen für die Sicherheit des Bündnisses wird erneut beschworen, und zwar unter speziellem Hinweis auf die strategischen Atomwaffen der USA, Großbritanniens und Frankreichs – das sind just jene, die nicht der NATO unterstehen und nicht der nuklearen Teilhabe unterliegen.

Die Abgabe negativer Sicherheitsgarantien (Absatz 10), d.h. die Zusicherung, „dass gegen Nichtkernwaffenstaaten […] keine Kernwaffen eingesetzt werden oder deren Einsatz angedroht wird“, ist eigentlich positiv zu vermerken. Eigentlich, weil diese Garantie eingeschränkt wird auf „Nichtkernwaffenstaaten, die Vertragsparteien des Nichtverbreitungsvertrags sind und ihre Verpflichtungen bezüglich der Nichtverbreitung von Kernwaffen erfüllen.“ Diese Formulierung wurde direkt aus dem Nuclear Posture Review (d.h. der Überprüfung des Kernwaffendispositivs) der USA vom April 2010 entnommen. Da sei doch die Frage erlaubt: Wer würde denn im Ernstfall entscheiden, ob ein Land, z.B. der Iran, seine Verpflichtungen aus dem Nichtverbreitungsvertrag erfüllt? Wohl kaum der UN-Sicherheitsrat…

Des weiteren verspricht das Dispositiv-Papier, dass „die Bündnispartner* danach streben, die Bedingungen für eine weitere Reduzierung der der NATO zugewiesenen nichtstrategischen Kernwaffen [das sind die bei uns stationierten US-Atomwaffen; RH] zu schaffen“, dabei aber „auch sicherstellen, dass alle Elemente der nuklearen Abschreckung der NATO solange zuverlässig, sicher und
effektiv bleiben, wie die NATO ein nukleares Bündnis bleibt“ (Absatz 11).
* Eine Fußnote im Originaltext erläutert, dass damit die Mitglieder der Nuklearen Planungsgruppe gemeint sind – das sind alle NATO-Staaten außer Frankreich, das sich vor einigen Jahren zwar wieder in die NATO einklinkte, aber gegen eine Teilnahme an der nuklearen Planungsgruppe entschied. Daraus ist zu schließen, dass Frankreich diesem Streben nicht zustimmt.

Diesen Absatz sollten Sie sofort noch einmal lesen! Um sicherzustellen, dass die der NATO unterstellten Atomwaffen – dabei handelt es sich um freifallende Atombomben des Typs B61 – „zuverlässig, sicher und effektiv“ blieben, hat der US-Kongress nämlich bereits beschlossen, die B61-Bomben umfassend zu modernisieren! Während die deutsche Bundesregierung also den Abzug der US-Atomwaffen von deutschem Boden einfordert, wird von >unseren Freunden< beschlossen, genau das Gegenteil zu tun und diese Waffen fit für die nächsten 20 oder 30 Jahre zu machen!

Da der Streit über die US-Atomwaffen also weiter schwelt, die NATO aber grundsätzlich im Konsens entscheidet und folglich auch das Dispositiv-Papier der Zustimmung sämtlicher Mitgliedsländer bedurfte, musste auch die deutschen Wünsche berücksichtigt werden – irgendwie. Die vorläufige Lösung des Problems findet sich in Absatz 12 des Dispositiv-Papiers: „Im Einklang mit ihrem Bekenntnis, ein nukleares Bündnis zu bleiben, solange es Kernwaffen gibt, kommen die Bündnispartner überein, dass der Nordatlantikrat die entsprechenden Ausschüsse beauftragen wird, Konzepte dafür zu entwickeln, wie die möglichst umfassende Beteiligung der in Rede stehenden Bündnispartner* in Bezug auf Vereinbarungen zur nuklearen Teilhabe gewährleistet werden kann, und zwar auch für den Fall, dass sich die NATO entschließen würde, ihre Abhängigkeit von in Europa stationierten nichtstrategischen Kernwaffen zu verringern.“
* Eine Fußnote im Originaltext verweist auch hier auf die Mitglieder der Nuklearen Planungsgruppe, nimmt also Frankreich aus.

Die weitere Diskussion wurde in Chicago also in noch zu bestimmende (oder zu bildende) Ausschüsse verschoben und so das Gipfeltreffen gerettet.

Wofür ich gerne eine Erklärung hätte ist Folgendes: Wie kommt es, dass zu diesem Tagesordnungspunkt – damit meine ich die „Überprüfung des Abschreckungs- und Verteidigungsdispositivs“ – des Chicagoer Gipfeltreffens in den Medien buchstäblich nichts zu lesen war? Einen vernünftigen Grund dafür kann es angesichts des Vernichtungspotentials der NATO-Atomwaffen nicht geben.

Global Zero Now (Nettetal – Uden)

30. Mai 2012

Wie versprochen melden wir uns zurück, um über das gestrige Abendprogramm zu berichten. Um 20 Uhr wurden wir vom Pfarrerehepaar Engelke mit zwei Autos abgeholt und zum Pfarrzentrum nach Nettetal gefahren. Dort gab Andreas Zumach ein kurzes Statement zur aktuellen Situation nach dem NATO-Gipfel in Chicago und den Modernisierungsplänen der NATO, die euphemistisch mit den Worten „keep the devices up to date“ umschrieben werden. Wolfgang Schlupp-Hauck stellte die Ziele der Kampagne „Global Zero Now“ vor,  zu der unsere Radtour den Auftakt bildet. Nachdem Johanna Pfeffer die neuen TeilnehmerInnen der Tour – darunter das finnisch-deutsche Ehepaar Anneli und Dieter – begrüßt hatte, tauschten wir uns bei einem leckeren und reichhaltigen Abendessen mit unseren Gastgebern aus, die uns auch wieder zurück zur Jugendherberge chauffierten.

Jetzt aber zur heutigen Etappe:

Nach wenigen Kilometern passieren wir die holländische Grenze und halten kurz am Mahnmal für den Fliegerhorst Venlo, das an die Ereignisse während der beiden Weltkriege erinnert. Wichtig ist für uns die Information, dass zur Erweiterung des Flugplatzes viele KZ-Häftlinge aus den Niederlanden eingesetzt wurden.

Und jetzt sind wir in den Niederlanden, also wird ab jetzt „gefietst“!

Nach der Mittagspause in einem Park nahe dem Bahnhof vonVenray können wir unseren neuen Mitradler Ronaldo begrüßen. Nach weiteren 50 Kilometern auf gut ausgebauten Radwegen erreichen wir Uden, wo uns AktivistInnen von der „Stichting Atoomvrijstaat“ und vom „Vredesburo Eindhoven“empfangen und vorzüglich bewirten.

Dank der guten Pressearbeit gab es einige Presseberichte im Vorfeld:

http://uden.kliknieuws.nl/nieuws/141737/vredesfietstocht-passeert-volkel

http://www.brabantsdagblad.nl/regios/udenveghel/11081448/Fietsen-tegen-kernwapens-in-Uden-en-Volkel.ece

Wir sind gespannt auf die Aktion an der „Vliegbasis Volkel“ am nächsten Tag und freuen uns, zwei (!) Nächte im selben Quartier zu verbringen.  Mehr Fotos vom Tage gibt es hier.

Tot ziens Judith en Ernst

Global Zero Now (Erftstadt – Mönchengladbach – Nettetal)

29. Mai 2012

… der Reisesegen ist gespendet, es erklingt noch ein Lied und auf geht’s auf die 95 km lange Reise.  Hanna Jaskolski begleitet uns noch ein paar Kilometer bis zum Schloss Gymnich. Gegensätzlicher kann eine Fahrtroute kaum ausfallen: am Horizont – wir sind noch viele Kilometer entfernt – taucht das Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf auf, ein technisches Monstrum im fruchtbaren Bördenland. Riesige Förderbrücken spannen sich über Radweg und Erft.  Der Fluss ist braun gefärbt, wir vermuten von den Resten der Abraumhalden. Andererseits ist die Erft in diesem Bereich auch ein durchaus idyllischer Fluss mit Fischen und geruhsam schwimmenden Schwänen.

Am Stadtrand von Mönchengladbach empfangen uns begeisterte Mitglieder der örtlichen Friedensbewegung. Sie geleiten uns zum kirchlichen Veranstaltungszentrum „TAK“, wo wir von Presse und Lokal-TV erwartet werden.  Nach kulinarischer Stärkung geht es weiter nach Nettetal. Nachdem wir auch den letzten Anstieg schiebend überwunden haben, stehen wir vor der Zirkus-Jugendherberge Hinsbeck. Hier kam es zu einem überraschenden Outing: Joachim, unser „letzter Mann“, hat vor vierzig Jahren bereits als Schüler die Betten getestet.

Abendprogramm gabs natürlich auch, morgen mehr…

Schluss für heute

Judith & Ernst

P.S. Es gibt auch ein sehr schönes Video des Auftakts der Radtour in Stuttgart. Vielen Dank an Quer-TV und im Besonderen an Willfried!

Global Zero Now (Schleiden – Nörvenich – Erftstadt)

28. Mai 2012

Als Testlauf für den Termin im NATO-Hauptquartier startete eine Vorhut um 7 Uhr 30 vom Campingplatz ins Zentrum von Schleiden. Dort ließen wir uns zu einem ausgiebigen Frühstück auf dem Marktplatz nieder. Nach einem kurzen Anstieg brauchten wir uns nur noch von der Eifel ins Flachland rollen zu lassen. Gegen 12 Uhr bekamen wir einen Anruf von vier UnterstützerInnen von attac Brühl, die zu uns stoßen wollten. So wuchs unsere Gruppe auf den letzten Kilometern bis Nörvenich auf 14 Leute an.

Im dortigen Park trafen wir FreundInnen der örtlichen Friedensgruppen und unser Begleitfahrzeug. Bald machten wir uns auf zum Fliegerhorst Nörvenich. Dort gab Georg Fritzen von der Pax Christi-Gruppe in Düren einen Überblick über den Widerstand gegen den Militärflugplatz seit den 1950er Jahren bis heute. Die letzten dort gelagerten Atomwaffen seien erst 2005 abgezogen worden.

Bevor wir die Briefe der Mayors for Peace und ein Schreiben der Pax Christi-Gruppe an den Wachsoldaten zur Weiterleitung übergaben, legten wir nochmals die Installation NUCLEAR GRASS aus.

Anschliessend wurden wir von Hanna Jaskolski und der örtlichen Pax Christi-Gruppe am Marktplatz von Lechenich mit Musik empfangen.

Im Mittelpunkt der Abendveranstaltung im Pfarrzentrum stand ein Vortrag von Andreas Zumach, nachdem der Bürgermeister alle Teilnehmer mit freundlichen Worten begrüßt hatte. „Blue Flower“ heisst die Sängerin, die mit sorgsam ausgewählten Liedern – alle bezogen sich auf das Thema der Radtour GLOBAL ZERO NOW – den Abend zur Freude der Gäste umrahmte.

Am nächsten Morgen wurden die Gäste an der Kirche von Lechenich vom Pfarrer mit einem Reisesegen verabschiedet und eine Etappe von 95 km begann…

Eure BloggerInnen

Ernst & Judith

Global Zero Now Pfingstsamstag (Cochem – Büchel – Dreis-Brück)

26. Mai 2012

Der Tag bringt zunächst eine stramme Bergprüfung für die RadfahrerInnen: von Cochem aus müssen zuerst die Höhen der Vor-Eifel erklommen werden. Dort liegt das erste Tagesziel, der Fliegerhorst Büchel, wo immer noch Atombomben der USA lagern, die im Kriegsfall von deutschen Piloten ins Ziel geflogen würden. Aktive PazifistInnen aus der Region empfangen uns vor der Luftwaffenbasis mit Transparenten und Fahnen. Die Begleitfahrer des Münchner Fahrzeugs bauen eine Kunstraseninstallation auf. Die Installation NUCLEAR GRASS stammt von Annamalt und Edward Naujok aus Föhren bei Trier. Diese Installation soll an allen drei Atombombenlagern gezeigt werden, die wir erreichen wollen. Mit einfachen Mitteln zeigt das Kunstwerk, was im Falle des Atomkriegs die Überreste wären: Asche und Brandreste von Mensch und Tier. Elke Koller von der Friedensgruppe Daun eröffnet die anschließende Kundgebung mit ihrem Vortrag. Sie berichtet über ihre juristische Auseinandersetzung mit den Verwaltungsgerichten bezüglich ihrer Klage betreffend die Stationierung von Atomwaffen. Anschließend schlägt Andreas Zumach einen Bogen von den ersten Protesten gegen den NATO-Doppelbeschluss 1979 zur derzeitigen Situation. Die Bedrohung durch einen tatsächlichen Atomwaffeneinsatz wächst seiner Meinung nach auch heute wieder an und zwar durch die Modernisierung des atomaren Arsenals und die gleichzeitige Installierung des westlichen Raketenabwehrschirms. Zum Abschluss der Veranstaltung übergibt Wolfgang Schlupp-Hauck ein an den Kommandanten der Fliegerbasis gerichtetes Schreiben mit Kopien der Briefe der Mayors of Peace an den NATO Generalsekretär , welche auch an den anderen Atomwaffenstandorten in den Niederlanden und Belgien übergeben werden sollen.

Mehr Fotos vom Tage gibt es hier.

Schöne Grüße von Judith und Ernst

Global Zero Now (Darmstadt – Mainz – Koblenz – Cochem)

In Mannheim wurde die Radgruppe "Global Zero Now" von der Stadträtin Gabriele Rhirion-Brenneisen am 22.5. empfangen

23.- 25. Mai

Nach zwei Tagen Pause melden wir uns wieder mit unserem Blog zurück.

Ein veritables Schloss war der Schauplatz des Vortragsabends am 22. Mai. In die Räume der Technischen Universität Darmstadt waren wir eingeladen vom Darmstädter Friedensforum und der interdisziplinären Arbeitsgruppe Naturwissenschaft, Technik und Sicherheit (IANUS) zum Thema „Atomwaffen abrüsten statt modernisieren“. Unter der Leitung von Moritz Kütt (IANUS) diskutierten Regina Hagen vom Darmstädter Friedensforum und der Initiator unserer Radtour Wolfgang Schlupp-Hauck. Kritisiert wurde insbesondere, dass die im Nichtverbreitungsvertrag von 1970 angekündigten Verhandlungen über die vollständige nukleare Abrüstung noch immer nicht begonnen haben. Auch der jüngste NATO-Gipfel habe in dieser Angelegenheit leider wieder die falschen Impulse geliefert, so die Meinung der ReferentInnen.

Am 23. Mai empfingen uns in Mainz die Ortsvorsteherin der Mainzer Altstadt und ihr Stellvertreter. Auch hier konnten wir einen Brief an den NATO-Generalsekretär mitnehmen und wurden in der Kantine bewirtet. So gestärkt ging es weiter nach Wiesbaden, wo uns die Piraten-Linke Fraktion schon auf dem Schlossplatz erwartete. Nachdem sie ihre Solidaritätsadresse öffentlich verlesen hatten, trafen wir uns in den Räumen der Fraktion zu einem kurzen Austausch und Erfrischungen.

Am Campingplatz in Rüdesheim in den Rheinauen treffen wir den taz-Journalisten Andreas Zumach. Außerdem erwartet uns eine angenehme Überraschung: die Zelte sind schon aufgestellt! Nach einem spartanischen Essen nach den letzten üppigen und einer kleinen Gesprächsrunde kriechen wir in unsere Zelte.<

Die nächsten beiden Tage haben wir keine offiziellen Termine außer einem kurzen Treffen mit Nils Wiechmann (MdL Grüne) vor der Koblenzer City-Kirche, der sich mit unseren Anliegen solidarisiert. Die idyllische Landschaft und die Weltkulturerbe-Schilder lassen es unwirklich erscheinen, dass nur gute 50 Kilometer von Koblenz immer noch Atomwaffen lagern.

25.05.2012 Koblenz bis Cochem

9 Uhr 15: Start mit leichter Verspätung im Haus Wasserburg in Vallendar bei Koblenz.

<Die Moselbrücke, die wir in Koblenz nehmen wollen ist gesperrt. Spontan führt uns eine kontaktfreudige Radlerin, die unser Problem erkennt, auf eine alternative Route.

Schon gegen 15:00 Uhr erreichen wir nach zwei kurzen Pausen an der unteren Mosel unser Etappenziel Cochem.

Während unsere Fahrer noch eine Kunstinstallation für die morgige Aktion in Büchel bei Annamalt in Trier abholen, haben wir die Wahl zwischen einem chilligen Nachmittag und einem Referat über die Kampagne “Hallo Finanzamt – Steuern gegen Gewalt“ vom Netzwerk Friedenssteuer. Die Mehrheit lässt sich für letzteres motivieren.

Am Abend begrüßen wir drei neue TeilnehmerInnen, darunter Leonid, den ersten Mitradler aus den Niederlanden. Außerdem kommt heute unser neuer Begleitfahrer dazu: Ernst von der DFG-VK Mittelbaden.

A bientôt

Judith et Ernest

Mehr Bilder der letzten Tage gibt es hier:

23. Mai

24. Mai

25. Mai