Das ‚Mutlangener Manifest‘ bei den Vereinten Nationen in Genf

Am Sonntag ist es soweit: unsere Delegation wird sich in Genf zusammenfinden! Denn auch in diesem Jahr werden vom 23. April bis zum 4. Mai VertreterInnen der Vertragsstaaten des Atomwaffensperrvertrages in Genf tagen. Die Tagung dient zur Vorbereitung für die Konferenz zur Überprüfung des Atomwaffensperrvertrages in zwei Jahren.

Wir sind mit dabei, um bei den den Vereinten Nationen in Genf das „Mutlangener Manifest“ zu präsentieren. Es erinnert an den Abzug der Atomwaffen aus Mutlangen vor fast 30 Jahren und ist somit Symbol nuklearer Abrüstung. Es warnt außerdem vor den aktuellen Gefahren, die von der nuklearen Aufrüstung ausgehen.

Unsere Gruppe besteht aus engagierten StudentInnen und FriedensaktivistInnen verschiedener Organisationen und Initiativen. Wir bekommen die Möglichkeit das diplomatische Geschehen zu beobachten, an einer Vielzahl von Workshops und Vorträgen teilzunehmen und mit einem Redebeitrag und einem Workshop zum „Mutlangener Manifest“ selbst zum Programm beizutragen.

Organisiert und getragen wird die Delegation von der „Friedenswerkstatt Mutlangen“ und dem „Internationalen Versöhnungsbund“. Unterstützung gibt es außerdem von der Organisation „Ohne Rüstung Leben“.

Der Palais des Nations, das Büro der Vereinten Nationen in GenfZusammen mit dem Leiter unserer Delegation, Wolfgang Schlupp-Hauck, wollen wir auf der Konferenz für die Einhaltung des bestehenden Vertrages und der Teilnahme aller Staaten am neuen Atomwaffenverbotsvertrag einstehen. Die Präsentation des „Mutlangener Manifests“, das im letzten Jahr von VertreterInnen der Friedensbewegung und den „Mayors of Peace“ unterzeichnet wurde, leistet dazu einen wichtigen Beitrag.

Ein Höhepunkt der Reise wird unsere Aktion zum Konferenzauftakt am Montagmorgen vor dem UN-Gebäude. Am Dienstag wird es dann einen Workshop zum „Mutlangener Manifest“ geben, an der auch der deutsche Botschafter teilnehmen wird. Am Mittwoch werden die zwei Mitglieder unserer Delegation, Wolfgang Schlupp-Hauck (Friedenswerkstatt Mutlangen) und Jessica Britsch (DFG-VK) zusammen vor den Vertreterinnen und Vertretern der Vorbereitungskonferenz sprechen.

Uns alle erwarten spannende Tage von denen wir natürlich während und nach unserer Reise berichten werden!

 

Kathi Müller (DFG-VK, Netzwerk Friedenskooperative)

 

 

 

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Der Mut zweier junger Atomwaffengegnerinnen vor Gericht

junepa

Im Dunkel eines frühen Herbst-Morgens schreiten sie zu neunt über die riesige Asphalt-Fläche. Erschreckend und dennoch kaum vorstellbar, dass von dieser Startbahn des Fliegerhorsts Büchel mitten in der idyllischen Eifel aus regelmäßig der Massenmord geübt wird. Sie sind hier, um den Abwurfübungen durch die Bundeswehr-Atombomber einen Riegel vorzuschieben. Deren Start wollen sie zumindest für einige Stunden verhindern, dem entmenschlichten Übungsbetrieb ihre Präsenz auf der Startbahn entgegensetzen. Ihre Transparente verschwinden fast auf dem endlosen Rollfeld, dann holen sie Luftballons hervor.

Auf dem Luftwaffenstützpunkt Büchel sind rund zwanzig US-amerikanische Atombomben in über das Gelände verstreuten Hangars heute, im Jahr 2018, einsatzbereit stationiert. Obwohl das Gelände also ein Hochsicherheitsbereich sein sollte, damit niemand diese so unglaublich gefährlichen Waffen entwendet, werden sie über eine Stunde hinweg nicht entdeckt. Ein weiterer Irrsinn der Gefahren und Unwägbarkeiten, die Atomwaffen zwangsläufig mit sich bringen? Weiterlesen