Laura (25) berichtet von ihrer ersten Fahrt nach Büchel

Mein Name ist Laura und am Samstag, den 20. Mai, war ich mit der Gruppe „Bonn goes Büchel“ am Fliegerhorst Büchel in der Eifel. Zusammen mit knapp 30 anderen Aktivistinnen und Aktivisten habe ich dort für eine atomwaffenfreie Welt protestiert. Dass es in Deutschland überhaupt Atomwaffen gibt, wusste ich bis vor kurzer Zeit noch gar nicht. Darauf – und auf die Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt – bin ich erst durch mein Praktikum beim Netzwerk Friedenskooperative in Bonn aufmerksam geworden. Da ich bisher erst an einer Demonstration in meinem ganzen Leben teilgenommen habe, war ich am Anfang richtig gespannt, was mich vor Ort erwarten würde.

Alte Hasen und „Büchel-Erstis“

Das erste, was man bei der Anfahrt sehen konnte, bevor man zum Fliegerhorst gelangte, war die Friedenswiese. Das ist eine Wiese rund 100 Meter vor dem Haupttor des Militärstützpunkts, auf dem sich etliche Gruppen mit Fahnen, gebastelten Friedensandenken und gepflanzten Bäumen verewigt haben. Da bereits seit Wochen vor dem Fliegerhorst Aktionen stattfinden, war die Bundeswehr schon vorbereitet. Die Zufahrt zum Haupttor war bereits mit einem Zaun abgesperrt. Aber das war für unsere Gruppe kein Problem: Wir haben uns ganz einfach vor die Absperrung gestellt und unsere Banner und Schilder an dem Zaun befestigt. Anschließend haben wir mit einer kleinen Vorstellrunde gestartet. Viele der Aktivistinnen und Aktivisten waren bereits etliche Male in Büchel oder engagieren sich bereits seit Jahren/Jahrzehnten gegen Atomwaffen. Es gab aber auch noch eine Hand voll von „Büchel-Erstis“. Gemeinsam haben wir im Plenum Texte zum Thema Atomwaffen vorgelesen und diskutiert. Anschließend haben wir besprochen, wie es mit unserer Aktion weitergehen soll. Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir uns in kleinere Gruppen aufteilen und noch weitere Tore besetzen wollen.

Nach anfänglichem Zögern habe auch ich mich dazu entschieden, mit zu einem der anderen Tore zu gehen und dies zu blockieren. Mit dem Auto eines anderen Aktivisten sind wir dann zum Lutzerather Tor gefahren. Dort angekommen, wurde mir zunächst etwas mulmig. Am Haupttor waren wir noch knapp 30 Aktive – jetzt saßen wir nur noch zu viert vor dem Tor. Als eine Mutter und eine schwangere Frau herausfahren wollten, haben wir diese natürlich rausgelassen. Dann passierte erst einmal wieder gar nichts. Mit meinen drei Mitstreitern saß ich bei bestem Wetter vor dem Lutzerather Tor und erzählten uns Geschichten von vergangenen Aktionen.

Dann kam die Polizei…

Nachdem wir dort also knapp eine Stunde saßen und uns austauschten, kam irgendwann die Polizei. Plötzlich war ich doch wieder ziemlich aufgeregt und mein Herz fing wie wild an zu pochen. Doch die Situation verlief im Rückblick ganz unspektakulär. Auf beiden Seiten blieb alles friedlich und respektvoll. Die Polizistin fragte uns, wie lange wird dort noch sitzen bleiben wollen. Und da wir sagten, dass wir um 15:30 Uhr wieder gehen würden, war alles kein Problem mehr und die Streife fuhr davon. Was wohl passiert wäre, wenn wir auf die Frage, wie lange wir noch dort sitzen bleiben wollen, „Wir gehen erst, wenn die Atomwaffen abgezogen werden!“ geantwortet hätten? Wer weiß…

Um 15: 30 Uhr fuhren wir dann zurück zum Haupttor, wo auch die Aktivistinnen und Aktivisten, die bei anderen Toren waren, zurückgekehrt waren. Zum Abschluss haben wir dann noch eine Feedbackrunde gemacht. Alle waren happy mit der Aktion und die Meisten waren fest entschlossen im nächsten Jahr wiederzukommen, wenn es erneut heißt: „Bonn goes Büchel!“.

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