Kölner Studierende für Abrüstung

Knapp 50 engagierte Menschen sind am vergangegen Wochenende zu unserer bundesweiten Aktionskonferenz „Verbot statt Aufrüstung von Atomwaffen“ gekommen. Zusammen haben wir viele Ideen und Möglichkeiten diskutiert, wie man sich gegen Atomwaffen engagieren kann. Dabei haben wir gelernt, dass es bereits Aktivitäten für ein Verbot von Atomwaffen gibt, von denen auch wir bislang noch nichts mitbekommen haben. Dazu zählt u.a. eine aktuelle Resolution der Fachschaft Physik an der Universität zu Köln, die wir im folgenden dokumentieren möchten.



Resolution der Fachschaft Physik der Universität zu Köln

„Alle hatten ihre Hände vor sich hängen, ihre Kleider zerfetzt und einige von ihnen waren praktisch nackt. Zwischen ihnen waren Männer, ihr Körper übersät mit Glassplittern, ihre Kleidung verbrannt, die Hautabgeschürft. Ebenso Frauen, deren Augen aus ihren Augenhöhlen quollen und deren Körper von Blut bedeckt waren. Überall lagen die Innereien neben den Körpern der Toten. Der Körper einer Mutter und ihres Babys, beide stark verbrannt, lagen am Straßenrand. Ich hörte ein Baby schluchzen – noch heute höre ich das Weinen des Babys. […] Was wir damals nach der Bombardierung erlebt haben, war genau das: ‚Die Hölle auf Erden.‘“ (TAKAHASHI Akihiro, Überlebender des Atombombenabwurfes auf Hiroshima¹)

72 Jahre nach dem Atombombenangriff auf Hiroshima und Nagasaki gibt es immer noch ungefähr 14.900 Nuklearwaffen auf der Welt.² Der Einsatz eines Bruchteils dieses Arsenals könnte katastrophale Folgen für das Leben aller Menschen haben. Diese Gefahr ist den meisten Menschen in Deutschland bekannt³ und auch die Bundesregierung bekennt sich „zu dem Ziel, die Bedingungen für eine nuklearwaffenfreie Welt zu schaffen“4. Trotzdem hat die Bundesregierung im Sinne der NATO-Doktrin am 27. Oktober 2016 gegen die Aufnahme von Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot gestimmt. Dagegen hat eine große Mehrheit von 123 Staaten für die Aufnahme der Verhandlungen gestimmt, die laut UN-Generalsekretär Guterres notwendig sind, „um Rationalität und diplomatische Lösungen zu gewährleisten, Sicherheit durch friedliches Handeln zu fördern und die Instrumente zu entwickeln, die wir brauchen, um Zuversicht, Vertrauen und internationale Stabilität zu entwickeln.“5

Es ist die Verantwortung und Aufgabe der Wissenschaft und der Hochschulen sich für Aufklärung, Völkerverständigung, Frieden und Menschlichkeit zu engagieren.

Wir fordern die Bundesregierung auf, für eine atomwaffenfreie Welt zu wirken, indem sie sich tatkräftig einsetzt

  • gegen die im Rahmen der NATO geplante Nuklearwaffen-Modernisierung,
  • für den Abzug der in Büchel stationierten US-Atomwaffen und
  • für diplomatische Schritte auf allen Ebenen mit dem Ziel einer Ächtung von Nuklearwaffen.

Es ist an der Zeit, den Weg für die Abschaffung und die völkerrechtliche Ächtung von Atomwaffen freizumachen.

„Vor uns liegt, wenn wir richtig wählen, eine beständige Ausweitung von Glück, Wissen und Weisheit. Sollen wir stattdessen den Tod wählen, bloß weil wir unsere Streitereien nicht vergessen können? Wir wenden uns als Menschen an unsere Mitmenschen: Erinnert Euch Eures Menschseins und vergesst alles andere! Wenn Ihr das vermögt, dann öffnet sich der Weg zu einem neuen Paradies. Könnt Ihr es nicht, dann droht Euch allen der Tod.“ (letzter Absatz des Russell-Einstein Manifestes)

Kontakt: Fachschaft Physik, mail: fs-physik[at]uni-koeln.de Website: http://fs-physik.uni-koeln.de/

¹ zitiert nach der Peace Database des Hiroshima Peace Memorial Museum, das die Folgen der Atombombenabwürfe wissenschaftlich dokumentiert; eigene Übersetzung
² Studie der Federation of American Sceintists vom Januar 2017
³ FORSA Umfrage vom März 2016
4 Aktuelles Weißbuch der Bundesregierung zur Sicherheitspolitik von 2016
5 UN-Generalsekretär António Guterres auf der „Conference on Disarmament“ in Genua, 24.1.2017; eigene Übersetzung

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