Wenn (Mahn-)Wachen vor Wachtoren wachen und Flieger hinter Fliegern fliegen

Foto: Frauennetzwerk für den Frieden

Eineinhalb Tage vor dem Atomwaffenstandort Büchel

Ich stehe hier, weil ich überzeugt bin, dass Atomwaffen abscheuliche Waffen sind, die innerhalb weniger Stunden das ganze Leben auf unserer Erde auslöschen oder das Genmaterial künftigen Generationen zerstören könnten. Ich bin entsetzt, dass die 20 in Büchel lagernden US-Atombomben nicht wegkommen, sondern kostspielig mit neuen, zielgenaueren Sprengköpfen aufgerüstet werden sollen. Die Umrüstung in Büchel allein wurde mit 100 Millionen Euro benannt. Deshalb  habe ich ganz bewusst die Verpflichtungserklärung unterschrieben, dass ich so lange  einmal im Jahr hier anwesend sein werde, bis Büchel atomwaffenfrei ist.

Ich stehe wieder einmal auf dem Kreisel gegenüber dem Haupttor, dem Beispiel anderer  friedensbewegter Männer und Frauen folgend. Ich will, dass mich die Menschen hier sehen, die Leute aus der Region, die in den Kreisverkehr ein- und ausfahren, die vielen Soldaten und wenigen Soldatinnen sowie die Zivilangestellten, die in den Fliegerhorst abbiegen oder aus dem Militärgelände herauskommen.

Sie sollen nicht sagen können:  „Ich hatte keine Ahnung, was wir tun.“

Auf meinem Transparent steht:
Atomwaffen sind

  • illegal
  • undemokratisch
  • töten sadistisch wieder und wieder

Ich kann die Atombomben nicht sehen von hier aus, doch ihr Vorhanden-Sein wird konkreter.  Wachen, Schranken, Zäune, Wälle, Uniformen, Abzeichen  werden zum Symbol der undemokratische Geheimhaltung und der militaristischen Hierarchie und Sicherheitslogik.  Die Militärfahrzeuge, die LKWs mit den Logos der privaten Zulieferer und Baufirmen, die PKWs des Personals, der Lärm der aufsteigenden Tornados machen die ungeheure Geldverschwendung dieses Übungsbetriebs für Atomwaffengebrauch greifbar.

Kommt nach Büchel, motiviert euch mit einer Verpflichtungserklärung für die Zukunft! Die gute Beratung, Betreuung und Unterstützung durch das Team vor Ort machen es leicht, hier zu sein.  Vielen Dank, Marion Küpker und Ernst-Ludwig Iskenius.

Irmgard Hofer, Internationale Liga für Frieden und Freiheit, IFFF, http://www.wilpf.de

 

20 Wochen gegen 20 Atombomben:
Frauen-Mahnwache in Büchel

Bild: Fraunnetzwerk für den Frieden

Die Aktion „20 Wochen gegen 20 Atomwaffen“ der Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt – Büchel ist überall!“ wurde am Montag, dem 23.05.16, in Büchel tatkräftig vom Frauennetzwerk für Frieden (FNF) unterstützt. Zu fünft machten wir uns aus Bonn mit Bannern und Friedensfahnen auf den Weg, um Teil der Mahnwache zu werden. Von 11 bis 17 Uhr harrten wir vor den Toren des Fliegerhorsts Büchel aus, um zusammen mit weiteren Frauen und Männern der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF/WILPF) an die Lagerung der Atomwaffen zu erinnern und für ihre Abrüstung zu demonstrieren. Die Forderung Bertha von Suttners: „Die Waffen nieder!“ hatten wir auf unserem eigens für die Mahnwache angefertigten Banner mit „Atomwaffen auch!“ ergänzt. Außerdem war die Silhouette ihrer Stele am Bertha-von-Suttner-Platz in Bonn in leuchtendem Blau auf dem Banner sichtbar. So wurde den ein- und ausströmenden Bundeswehrsoldat_innen und auch den vielen anderen Autofahrer_innen, die den Verkehrskreisel passierten, unsere Botschaft deutlich. Viele der Vorbeifahrenden nickten uns zustimmend zu, andere machten mit ihren Fingern das Peacezeichen. Durch unsere bunten Peace-Fahnen und Banner konnten wir bestimmt viele Menschen erreichen und auf die Negativfolgen von Atomwaffen und besonders auf ihre Lagerung in der sonst so friedlichen Eifel hinweisen.
Um auch weiterhin in Erinnerung zu bleiben, haben wir unser FNF-Banner auf der Friedenswiese kurz vor der Einfahrt zum Fliegerhorst hinterlassen. Dort können sich alle Organisationen, die sich in den 20 Wochen an der Kampagne beteiligt haben, „verewigen“ und ein Zeichen des Friedens hinterlassen.
Linda Schmittmann (Praktikantin beim Frauennetzwerk für Frieden e.V., http://www.frauennetzwerk-fuer-frieden.de)

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