„70 Jahre sind genug“

Sammlung der Ideen bei der Planungskonferenz am 31.1.2015 in Hannover. Foto: Xanthe Hall / IPPNW

Zur Planungs- und Aktionskonferenz „ 70 Jahre sind genug“ trafen sich am 31. Januar 2015 40 Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet im Rathaus Hannover und wurden dort von Stefan Schostok begrüßt. Der Oberbürgermeister von Hannover, der Partnerstadt von Hiroshima, ist traditionell Vizepräsident von Mayors for Peace (Bürgermeister für den Frieden).

Am 6. und 9. August 2015 jähren sich die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zum siebzigsten Mal. Der Kampagnenrat „atomwaffenfrei jetzt“ hatte aus diesem Grund ab Oktober zu dieser Konferenz aufgerufen. Da die Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“ im Mai zu Ende geht, bietet sich eine gute Gelegenheit, anlässlich der Gedenktage en bundesweites Projekt zu organisieren.

Schon vor dem Mittagessen gab es eine eindrucksvolle Ideensammlung. In vielen Städten Deutschlands wird es im ganzen Jahr regionale Veranstaltungen zum Gedenken an die Hibakusha (Strahlenopfer) geben.

Auch am Atomwaffenstützpunkt in Büchel wird bereits ab dem 26. März eine Aktion der anderen folgen – so unter anderem im August die Fastenaktion des dortigen Initiativkreises gegen Atomwaffen, die jährlich einen Tag länger wird.

Als ein Ergebnis der Konferenz wurde festgehalten, dass das bundesweite Projekt die vielfältigen, regionalen Aktionen und Veranstaltungen vernetzen und bündeln wird. Dadurch kann das Erinnern, aber auch die Forderung nach einer atomwaffenfreien Welt mit einer kraftvolleren Stimme in die Öffentlichkeit getragen werden.

Die aktuelle Atomwaffensituation wurde in einem Impulsreferat von Xanthe Hall (IPPNW) deutlich gemacht.  Die Konferenz zeigte sich einig in der Frage, dass Gedenken alleine nicht reicht.  „Büchel 65“ rief die KonferenzteilnehmerInnen auf, den Anlass zu nutzen durch gewaltfreie Blockadeaktionen im Frühjahr den Druck auf Entscheidungsträger zu erhöhen.

Die Planungskonferenz war ein Rundum-Erfolg. AktivistInnen aus knapp 30 Gruppen, Organisationen und politischen Bündnissen brachten viele Erfahrungen und Ideen ein und nutzen die Gelegenheit, sich zu vernetzen. Gemeinsam suchten sie einen Namen für das überregionale Projekt. Die Vorschläge werden in den nächsten Wochen auf den Prüfstand gestellt.

Das Netzwerk Friedenskooperative mit seinem Büro in Bonn wird das Projekt koordinieren. Es stellt in den nächsten Wochen eine Webseite zum 70. Jahrestag ins Netz. Dort können alle lokalen Veranstaltungen veröffentlicht werden. Materialangebote und ReferentInnenlisten zum Thema werden ebenfalls auf der Webseite zu finden sein.

Die KonferenzteilnehmerInnen dachten  am Nachmittag noch über gemeinsame überregionale Aktionen nach. Wichtiger methodischer Baustein war hier das Brainstorming in vier Kleingruppen zu folgenden Themen: Großplakate für August,  Aktionen rund um den Flaggentag am 8. Juli 2015 in Kooperation mit den Bürgermeistern für den Frieden, Klärung der Bedarfe, eine Service-Website und  Bildungsarbeit zur Atomwaffensituation. Bei der Bildungsarbeit wurde deutlich, dass Lernmodule zum Thema aktualisiert oder sogar neu erarbeitet werden.

Reiner Braun erläuterte am Nachmittag, dass die Marshallinseln beim internationalen Gerichtshof alle Atomwaffenstaaten angeklagt haben, damit sie ihrer Verpflichtung zu Abrüstung gemäß dem Atomwaffensperrvertrag endlich nachkommen. Er ermutigte die KonferenzteilnehmerInnen bei Ihren Veranstaltungen auch über die Atomtests und die Klage der Marshallinseln aufzuklären.

Machen Sie mit! 70 Jahre sind genug.
Wir brauchen endlich einen internationalen Verbotsvertrag für Atomwaffen.

Silvia Bopp, Büchel, 2013. Foto: Xanthe Hall / IPPNWSilvia Bopp arbeitet in der Pressehütte Mutlangen und ist Mitglied des Kampagnenrats „atomwaffenfrei.jetzt“

Dieser Artikel wird in der März-Ausgabe des IPPNWforum erscheinen.

Zu den 70. Jahrestagen gibt es auch eine Ausgabe von „Im Blick”

Präsentation von Silvia Bopp und Roland Blach mit einem Rückblick, Ausblick und Zeitstrahl zu den Jahrestagen

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