Vielfältige Veranstaltungen und Aktionen zum Hiroshimatag 2014

Foto: Xanthe Hall / IPPNW

Am Mittwoch, den 6. August, fand, 69 Jahre nach den verheerenden Atombombenangriffen auf Hiroshima und Nagasaki, der Hiroshimatag 2014 mit bundesweit mehr als 60 Veranstaltungen statt. Dabei gab es Veranstaltungen unterschiedlichster Art; so wurde den Opfern von Hiroshima und Nagasaki in Neustadt mit der andächtigen „Nacht der 100.000 Kerzen“ gedacht. Am Fliegerhorst Büchel (Eifel) fand hingegen ein mehrtägiges Protestcamp zur Blockade des dortigen Atomwaffenlagers, wo immer noch 20 US-Atomwaffen stationiert sind, statt.

Auch in Bonn fand, wie jedes Jahr seit 1984, eine Gedenkveranstaltung am Beueler Rheinufer statt, an der mehr als 70 BonnerInnen teilnahmen. Robert Nicoll von der Friedensinitiative Beuel hob hervor, dass im Krieg immer die Zivilbevölkerung leidet. So waren die Opfer von Hiroshima und Nagasaki größtenteils Zivilisten. Mit Reinhard Limbach (CDU) nahm auch der erste Bürgermeister der Stadt Bonn teil. Er wies darauf hin, dass Bonn seit 2005 Mitglied des Bündnisses „Mayors for Peace“ ist. Die 1982 vom damaligen Bürgermeister von Hiroshima, Takeshi Araki, gegründete Initiative setzt sich für die Abschaffung aller Nuklearwaffen bis zum Jahr 2020 ein.

Doch dieses Ziel scheint zur Zeit in weiter Ferne. Weltweit existieren immer noch mehr als 20.000 atomare Sprengköpfe. Trotz gegenteiliger Absichtsbekundungen der Bundesregierung sollen die in Büchel stationierten Atomwaffen weiterhin dort verbleiben und 2017 sogar modernisiert werden. Umso wichtiger sind Veranstaltungen wie der Hiroshimatag, die die Aufmerksamkeit auf die Zerstörungsgewalt von Nuklearwaffen lenken. „Atomwaffen sind kein alter Hut. Sie sind eine Bedrohung für die Menschheit wie eh und je. Der Konflikt in der Ukraine, bei dem sich Russland und NATO scheinbar wie zu Zeiten des Kalten Krieges gegenüberstehen, gibt Anlass zu großer Sorge. Gleichzeitig werden Modernisierungspläne für Atomwaffen und Trägersysteme, sowie der Raketenabwehrschirm weiter vorangetrieben. All dies erhöht das Risiko eines Einsatzes oder eines Unfalls“, so Philipp Ingenleuf vom Netzwerk Friedenskooperative und der Kampagne atomwaffenfrei.jetzt.

Der Friedensbeauftragte der EKD, Renke Brahms, fordert ebenfalls die Ächtung der Atomwaffen. „Die Opfer der beiden Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki müssen uns immer eine Mahnung sein, damit solch schreckliche Waffen geächtet werden“, so Brahms. Die noch heute spürbaren Folgen der Angriffe zeigen, wie wichtig ein Eintreten für die Ziele von atomwaffenfrei.jetzt ist. Es darf keine Modernisierung der existierenden Atomwaffen geben, die in Büchel stationierten Atomsprengköpfe müssen abgezogen werden und schlussendlich müssen alle Atomwaffen weltweit verboten und zerstört werden.

Eine Übersicht über alle Veranstaltungen zum Hiroshimatag findet sich hier

 

 

Fotos vom Hiroshimatag in Bonn:

Created with flickr slideshow.

Nils Biermann ist derzeit Praktikant beim Netzwerk Friedenskooperative in Bonn und hat u.a. die Termindatenbank des Netzwerks zum Hiroshimatag betreut und gepflegt. Er studiert English Studies sowie Politik und Gesellschaft an der Universität Bonn.

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1 Kommentar

  1. Es ist wirklich unverständlich, wie die Welt nach dieser Lehre vor 69 Jahren noch immer die Wichtigkeit von Atomwaffen beschwört. Besonders jetzt, wo sich Ost und West wieder auseinander entwickeln, wäre es ein unheimlich starkes Zeichen im Sinne des Friedens, doch wird man danach noch lange vergeblich suchen müssen.


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