Der Mann, der die Welt rettete

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Millionen sind tot. Die gesellschaftliche Ordnung bricht zusammen, die Menschen leiden unter Verbrennungen, Verletzungen und akuter Strahlenkrankheit. Medizinische Versorgung fehlt. Es gibt Hunger und Gewalt. Es kommt zu Plünderungen und blutigen Auseinandersetzungen unter der Zivilbevölkerung. Ein fiktives Szenario, aber eines das während des Kalten Krieges 1983 hätte Wirklichkeit werden können.

Am 26. September 1983 wurde in der Kommandozentrale der sowjetischen Satellitenüberwachung ein Angriff der USA mit nuklearen Interkontinentalraketen gemeldet. Oberstleutnant Stanislaw Petrow geht als Mann in die Geschichte ein, der den roten Knopf hätte drücken können, es aber nie tat und dadurch den Dritten Weltkrieg verhinderte. Er war diensthabender Offizier im Serpuchow-15- Bunker und sollte im Falle eines nuklearen Angriffes auf die UdSSR einen sofortigen nuklearen Gegenschlag anordnen.

Die USA und die UdSSR befanden sich im Kalten Krieg. Der Konflikt zwischen den Atommächten des Westens unter der Führung der USA und dem Ostblock unter der Führung der Sowjetunion gipfelte in einem permanenten Wettrüsten, die Situation war angespannt, jedoch kam es nie zu einer direkten militärischen Konfrontation.

Bereits um 1980 herum hatten sowohl die USA als auch die UdSSR ein Vielfaches der zur Vernichtung der Gegner erforderlichen nuklearen Zerstörungskraft angehäuft. Im Falle eines gegnerischen Erstschlags war auf beiden Seiten eine absolute Vergeltung, also eine totale Vernichtung des Angreifers, angestrebt. Mit automatischen Frühwarnsystemen sollten aufkommende Gefahren möglichst schnell erkannt werden und bei einer rechtzeitigen und umfassenden Reaktion helfen.

Gegen Mitternacht am 26. September meldete der Computer, dessen Verlässlichkeit bereits mehrfach in Frage gestellt wurde, einen Angriff der USA. Petrow stufte jedoch diesen als unwahrscheinlich ein, da es sich zunächst nur um eine einzelne abgefeuerte Rakete handelte. Deswegen meldete Petrow der Militärführung einen Fehlalarm. Kurz darauf meldete das Computersystem vier weitere abgefeuerte Raketen, Stanislaw Petrow glaubte trotz fehlender Beweise weiterhin an einen Fehlalarm, da eine tatsächlicher Angriff seiner Meinung nach mit deutlich mehr Raketen ausgeführt worden wäre. Mit der Einstufung der Satellitenwarnung als Falschmeldung riskierte er eine massive Einschränkung der eigenen Handlungsoption.

Am Morgen stellte sich heraus, dass das Frühwarnsystem Sonnenreflexionen auf Wolken in der Nähe einer Interkontinentalraketen-Station in Montana als Raketenstart fehlinterpretiert hatte.

Mit Selbstbewusstsein, Ruhe und Vernunft hat Petrow eine Kettenreaktion unterbrochen und somit einen drohenden Nuklearkrieg verhindert, dessen Folgen katastrophal gewesen wären. Des Weiteren muss dieses Ereignis als Signal dafür gesehen werden ,dass die vollständige Abschaffung von Atomwaffen dringlich und unabdingbar ist.

Blogbild HannaHanna Punken ist Praktikantin bei IPPNW

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