„Computern für den Frieden“

Hiroshimatag_Bonn_2012 (1)

Morgens 9.30 Uhr: Ich checke meine Kladde– mein Notizheft.

Da mein Praktikumsleiter mit mir immer am Vortag bespricht, was für den nächsten Tag ansteht, wusste ich schon ungefähr was mich heute erwarten würde: Antikriegstag, Hiroshima- und Nagasakitag und entsprechende Emails . Eine solche Email kam dieses Mal von Kristian selbst, mit der Bitte: „Schreib doch was zum Hiroshima-/Nagasakitag und den Vorbereitungen die dazu laufen.“. – Die Bitte kam nicht von ungefähr, ich bekomme das Ganze ja praktisch live mit.

Es hatte schon seinen Grund, dass ich gleich zu Anfang davor gewarnt habe, dass Texte schreiben nicht gerade meine Stärke ist. Besonders bei dem Thema; wo soll ich anfangen ?
Hätte man mir diese Aufgabe noch vor einem Monat zugeteilt, dann hätte ich eben in den Weiten des Netzes nach Infos gefischt, was denn so alles stattfindet, wo und wann. Ich hätte auf der Webseite des Netzwerks ca. 60-70 Veranstaltungen fein säuberlich, alphabetisch geordnet vorgefunden, die überall verstreut in Deutschland stattfinden. Wahrscheinlich hätte ich 1-2 Sätze dazu geschrieben, wie das Netzwerk die Liste immer up-to-date hält und wie lang die Liste an Veranstaltungen ist und was die größten Städte so machen.
Das Netzwerk…. klingt groß, das trifft aber nur auf die geleistete Arbeit zu. Meistens wird der Job, diese Liste „frisch“ zu halten auf gerade mal 2-3 Leute verteilt; einer schickt die Mails an die Veranstalter des vorigen Jahres (ja an alle), um zu fragen, ob für dieses Jahr wieder etwas geplant wird. Der andere schreibt die Antwort, die wir darauf bekommen um und fügt sie der Liste hinzu.
*Bling* Eine Antwort auf eine Mail von letzter Woche: MfG, XY. Mehr steht da nicht und ein Flyer zur der diesjährigen Veranstaltung wurde beigefügt. Das wird natürlich erst mal umgeschrieben und die Infos die man braucht herausgebrochen. Schade, dass nicht immer alles so dasteht wie wir es brauchen, bzw. das mit den Mails nicht immer so klappt, wie man es gern hätte. Manchmal fehlen Infos die noch nicht feststehen, manchmal kommt keine Antwort und regelmäßig muss man die neuen Emails im Posteingang erstmal suchen.
Hier und da sind Mailadressen, nicht mehr aktuell, die Viten der Redner müssen nach Sherlock-Holmes-Art zusammengekratzt werden. Es fehlen Flyer, Details, Reden oder immer noch Antworten….
Wieder geht eine Email-Welle vom Netzwerk aus und wieder kommt eine Info-Welle zurück die mühsam umgeschrieben, verkürzt, angepasst, übersetzt, eingeordnet und aktualisiert werden muss. Das ganze läuft natürlich gleichzeitig zu den Vorbereitungen für andere Veranstaltungen, wie den Antikriegstag (weitere 150-200 Veranstaltungen). Dafür das ganze nochmal, nur in grün.
Wenn alles da ist, geht die nächst Welle vom Netzwerk aus: Die Frage ob die Infos, die wir soweit haben, noch aktuell sind und die erneute Bitte um Details und Flyer. Wieder eine Welle an Antworten – wieder wird die neue Info hinzugefügt.
Zusammen ungefähr 200-250 Veranstaltungen. Derselbe Ablauf. Dieselben 2-3 Leute… Nicht gerade ein Strandspaziergang, eher ein Sprint.
Ich möchte mich aber nicht beschweren: Tee, Musik, Kekse, ein schöner Ausblick, tolle Mitarbeiter/Praktikanten und die Arbeit selbst machen das Ganze zu einem sehr interessanten Sprint. Einer bei dem schnell klar wird: nicht nur die großen Städte haben interessante Hiroshimatage zu bieten und nicht alle Hiroshimatage sind gleich. Zwischen all den Emails trudeln Organisationen und Gruppen ein von denen ich noch nie gehört habe oder nicht erwartet hätte, dass sie sich mit einer Veranstaltung an diesem Tag beteiligen würden. Eine bunte Mischung aus Gewerkschaften, Kirchengemeinden, politischen Parteien, Schulen, Friedensorganisationen und Vereinen. Durch meinen Blick „hinter die Kulissen“ komme ich bei dem „Sprint“ an Städten wie Todendorf , Wedel und Sievershausen vorbei, die mit (akustischen) Mahnwachen, Konzerten, Diskussionsrunden, Radmarathons, Workshops, Kundgebungen, Ausstellungen und öffentlichen Fastenaktionen locken. Hier und da stolpere ich über schwimmende Lichterketten auf der Fulda, buddhistische Lichterzeremonien, Lotosblüten und schwimmende Teelichter auf dem Mühlenteich und überlege wie gern ich das sehen würde, am liebsten alles gleichzeitig.
*Bling* wieder eine Mail: dieses Mal eine Veranstaltung von den Motorradfahrer/innen ohne Grenzen.
Ich lächle. Wer hätte das gedacht? Was soll ich sagen? Die Mischung ist bunt, umfangreich und ich freue mich, dass ich dabei bin und meinen Teil für die gute Sache beitragen kann.
Bis die nächste Welle losbricht; Manche Reden werden erst hinterher freigegeben. Grüße und Dankesworte werden an alle, die geholfen und etwas organisiert haben, gesendet.
Die letzte Welle wird es nicht sein, denn die nächste Veranstaltung lässt schon auf sich warten.

Sarah Adeyemi studiert an der Hochschule Rhein-Waal in Kleve Internationale Beziehungen (BA) und macht im Juli und August 2013 ein Praktikum beim Netzwerk Friedenskooperative in Bonn.

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