Unser Mut wird langen, nicht nur in Mutlangen – auch in Büchel

Umbruch

©Manfred Kraft/Umbruch Bildarchiv

Am 1.September 1983 wurde in Mutlangen ein Meilenstein zivilen Ungehorsams gesetzt, indem tausende Menschen gewaltfrei gegen die Stationierung von 36 amerikanischen Pershing II-Raketen demonstrierten.
Die drei Tage andauernde Großblockade wurde von 150 bekannten Persönlichkeiten unterstützt, darunter Petra Kelly, Heinrich Böll und Günter Grass.

Leuschner Böll

©Udo Leuschner

Zunächst wurde ein Friedenscamp ins Leben gerufen, das die Demonstranten auf die Blockadeaktion vorbereiten und sie in gewaltfreier Aktion trainieren sollte.
Anschließen wurden vom 1. bis zum 3. September die Einfahrtstore zum US-Army Airfield blockiert, um öffentlichkeitswirksam auf Massenvernichtungsmittel und Umweltzerstörung aufmerksam zu machen  und ein Zeichen des gewaltfreien Widerstands zu setzen.

Dessen ungeachtet genehmigte der deutsche Bundestag am 22.11.1983 die Stationierung der Pershing II-Raketen und nur drei Tage später trafen die ersten Atomraketen in Mutlangen ein.
Obwohl dieser Rückschlag zu Resignation der breiten Masse führte, gab es immer noch eine Dauerpräsenz von Demonstranten sowie Blockadeaktionen kleiner Gruppen.
1990 wurden die Pershing II-Raketen endgültig abgezogen.

Heute, 30 Jahre später, wird der Fliegerhorst in Büchel, das letzte Atomwaffenlager in Deutschland, von entschlossenen Friedensaktivisten und Friedensaktivistinnen dichtgemacht.
Vom 2. bis zum 4. August 2013 wurde für die eine Welt ohne Atomwaffen gefastet. Das Fasten wird am 9. August beendet und anschließend wird mit der Protestaktion begonnen. Am 11./12. August wird mit Musik, Kunst und vielen weiteren kreativen Ideen unter dem Motto „Abrüstungsinstrumente – Rhythm beats Bombs“ auf die gescheiterte Politik aufmerksam gemacht, die sich über den mehrheitlichen Wunsch der Menschen nach einer atomwaffenfreien Welt hinwegsetzt.
Um fünf vor zwölf starten die Protestaktionen vor dem Haupttor mit dem Auftaktkonzert der LEBENSLAUTE, dem Startschuss der 24-Stunden-Blockade.
Mit dabei sind außerdem unter anderem Nina Hagen, Wareika, Guaia Guaia und Klaus der Geiger. Zudem wird der deutsche IPPNW-Vorstand in Büchel tagen.

vb

©Udo Leuschner

Schon in Mutlangen wurde gezeigt, dass für die nachfolgenden Generationen Verantwortung übernommen werden muss, was jetzt in Büchel seine Fortsetzung finden soll – denn die Aktionen in Büchel sind weitere zentrale Schritte zur weltweiten Abrüstung
Mehr als 300 Organisationen und Einzelpersonen rufen zur Aktion auf. Die Arbeitsgruppe Büchel der Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“ bittet alle, die an diesen Aktionen des gewaltfreien Widerstands teilnehmen,  keine körperliche oder verbale Gewalt gegen Personen anzuwenden  und hofft auf zahlreiche Beteiligung an der Blockade, die ein Zeichen für Abrüstung setzen soll.

Am Sonntag 11. August von 16:00 bis 18:00 Uhr gibt es ein Treffen „Unser Mut wird langen – nicht nur in Mutlangen“ am Haupttor des Atomwaffenstandorts Büchel. Wir freuen uns, viele zu treffen, die einst in Mutlangen blockierten und jetzt in Büchel zivilen Ungehorsam gegen die Atomwaffen leisten.

4099 /Mutlangen, Protest gegen Pershing II-Atomraketen

©Thomas Pflaum/Visum

1074328_10200609561740017_2106815809_o Hanna Punken ist Praktikantin bei IPPNW und studiert Sozialwissenschaften in Göttingen.

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1 Kommentar

  1. Hat dies auf Solidarische Welt rebloggt.


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