Abrüstungshelden aus aller Welt

Auf dem ICAN Civil Society Forum in Oslo: Dr. Lars Pohlmeier, IPPNW (rechts) und Commander Robert Green (links). Sein Auftrag war, eine Atombombe auf Leningrad abzuwerfen. Heute ist er einer der schärfsten Kritiker der nuklearen Abschreckungstheorien.

Foto: Auf dem ICAN Civil Society Forum in Oslo: Dr. Lars Pohlmeier, IPPNW (rechts) und Commander Robert Green (links). Sein Auftrag war, eine Atombombe auf Leningrad abzuwerfen. Heute ist er einer der schärfsten Kritiker der nuklearen Abschreckungstheorien.

„Hero“, Helden – mit diesem Song einer afrikanischen Sängerin beginnt das ICAN-Civil Society Forum zur Abschaffung der Atomwaffen in Oslo. ICAN, die internationale Kampagne, hat viele Interessierte nach Oslo gezogen. Rund 500 dieser Abrüstungs-Helden, darunter viele junge Leute, haben sich angemeldet, aus allen Kontinenten kommen sie in den hohen europäischen Norden.

Anlass war die Einladung der norwegischen Regierung zu einer Konferenz zu den humanitären Folgen von Atomwaffeneinsätzen. Und es ist richtig, dass mit der großen NGO-Konferenz das Netzwerk der Nichtregierungs-Organisationen einmal mehr klar gemacht wird: Die Abschaffung der Atomwaffen ist ein Anliegen der Bürgergesellschaft, nicht allein der Regierungen.

Rebecca Johnson, die stellvertretende Vorsitzende der ICAN, fordert in Oslo ein Umdenken, um den BIG PUSH zu erzwingen, um die Regierungen der Welt endlich dazu zu bewegen, ihren bislang hohlen Abrüstungs-Erklärungen endlich Taten folgen zu lassen. Wie ernst die Atomwaffenstaaten, insbesondere die NATO-Staaten, ihre Verpflichtungen nehmen, auch das macht die sehr lobenswerte Initiative der norwegischen Regierung deutlich: 132 Staaten nehmen teil. Aber wie steht es mit Frankreich? England? USA? Teilnahme abgesagt!

Überrascht bin ich darüber nicht, und deshalb auch nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil. Die (junge) Friedensbewegung lebt. So ist es auch nicht schlimm, dass ich mit meiner Erkältung nicht gut reden kann. ICAN hat zahllose bunte Stimmen. Hier kann meine Stimme gut mal eine Pause machen.

Neben dem eindrucksvollen Hauptprogramm mit Vertretern aus Religion, Politik, Atomtestopfern und NGO-Vertreterinnen und Vertretern gibt es ausführlich Zeit für Gespräche. Inhaltlich tatsächlich neu für mich ist die Ausführung von Ward Wilson vom Moneterey Institute of International Studies (aktuelles Buch: „5 Myths about Nuclear Weapons“, 2013), die Aufklärung, dass nicht die Atombombe zu Japans Kapitulation im Zweiten Weltkrieg geführt hat, sondern die Ankündigung Stalins, in Japan einzumarschieren.

„Wir haben die Nase voll, im Zeitalter des Atomterrorismus zu leben“, so bringt – bei allen Unterschieden der Anwesenden – Rebecca Johnson das gemeinsame Gefühl hier auf den Punkt.

Dr. med. Lars Pohlmeier (IPPNW)

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