Die vergessenen Atombomben

Wir sehen uns in Büchel am 11./12. August 2013!

Ach, waren das noch Zeiten. Im Februar 1996 saßen wir im kleinen Kreis in der damaligen Atomteststopp-Kampagne zusammen, um zu überlegen, welchem thematischen Schwerpunkt wir uns nach Ende der Atomtests zuwenden. In einem kleinen Artikel im Spiegel stand damals etwas von den vergessenen Atombomben in Europa. Die Rede war auch von Büchel.

Büchel? Nie gehört! Wo soll das sein? Wie kommt man dahin? Welche Rolle spielt dieser Ort? Als wir dann im Juni 1996 das erste Wochenende mit etwa 70 Friedensbewegten in Büchel verbrachten, unterstützte uns sogar der Einsatzleiter der Polizei.

Nie hätte ich gedacht, was danach folgen sollte. Wenige Wochen nach unserem Auftakt betonte der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag die Völkerrechtswidrigkeit von Atomwaffen. Daraufhin setzten sich über etliche Jahre hinweg ehrenamtliche Gerichtsvollzieher des IGH in Bewegung und erforschten das Atomwaffenlager Büchel am Rande der wunderschönen Vulkaneifel. Es folgten viele Gerichtsprozesse in Cochem und viele Berichte in der lokalen Presse.

Büchel war mittlerweile in der Bewegung bekannt geworden – die Proteste in der Region sehr umstritten.

Nach der bis dahin größten Aktion und 150 internationalen TeilnehmerInnen Ende September 2001 erfolgte ein Wechsel der Aktionen. Ab sofort wurden alljährlich Umrundungen im Sommer durchgeführt, die dann am 30. August 2008 in die große Aktion mündete, die 2.000 Menschen auf sehr vielfältige Weise erleben durften. Bis heute schwärmen viele von der Buntheit des Protestes. Die Medien stürzten sich regelrecht auf uns.

Mit dieser Energie im Rücken bereiten wir die Aktionen im August in Büchel vor. Der Bundestagsbeschluss von 2010 zum Abzug der Atombomben kam auch durch unsere beharrliche bundesweite Kampagnenarbeit und die vielen Aktionen in Büchel selbst zustande. Dass jetzt eine Modernisierung dieser Bomben für teures Geld ansteht, die einen Abzug in weite Ferne rücken lassen würde, löst schon jetzt eine Kettenreaktion aus. Viele Menschen sind empört und begehren auf. Sie nehmen den Beschluss von 2010 ernst und wollen, dass Deutschland eine Schlüsselrolle zur atomaren Abrüstung für Europa und weltweit spielt.

In genau einem halben Jahr, am 11./12. August 2013 ist es so weit: Mit einem 24-stündigen Happening, mit Musik, Platzbesetzungen und vielfältigem kreativem Protest setzen wir uns für eine atomwaffenfreie Welt ein. Unser Motto „Abrüstungsinstrumente. Rhythm beats bombs!“ Zugesagt haben bereits die „Lebenslaute“, die zuletzt mit ihrer klassischen Konzertblockade 2012 vor den Toren der Rüstungsschmiede Heckler & Koch am Rande des Schwarzwalds begeistert haben. Zugesagt haben auch schon viele FriedensaktivistInnen, die sich das Wochenende fest im Terminkalender notiert haben.

Bist auch Du dabei? Wir brauchen Dich und Deine Musik!

Wie schön wäre es doch, wenn unser Protest im Sommer der Anfang einer neuen Bewegung für Frieden und atomare Abrüstung wäre!

Ich persönlich wäre trotzdem froh, wenn sich die Stationierung der Atomwaffen in Büchel mit unseren Aktionen im August erledigt hätte. 17 Jahre sind eine lange Zeit, um gegen diesen Wahnsinn anzugehen. Ich warte schon auf die Abzugsparty. Denn es gibt auch noch genug anderes zu tun.

Wir sehen uns in Büchel!

Roland Blach, Koordinator der Kampagne "atomwaffenfrei.jetzt"Roland Blach ist Koordinator der Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“

Advertisements

1 Kommentar

  1. ich bin auf jedem Fall da – wir sehen uns!


Comments RSS TrackBack Identifier URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s