Jahresversammlung der Mayors for Peace Deutschland in Bonn

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Am 21. November 2012 trafen sich die Mitglieder der Mayors for Peace Deutschland – Bürgermeister für den Frieden – in Bonn und sprachen über ihr vergangenes und Zukünftiges Engagement 2014.

Während der Veranstaltung wurde immer wieder an die Katastrophe von Hiroshima erinnert, wo am 6. August 1945 eine US-amerikanisch Atombombe ungefähr 80 % der  Stadt zerstörte und schätzungsweise 90.000 Menschen sofort in den Tod riss. Selbst heute sind noch Spätfolgen dieser Katastrophe zu spüren. Totgeburten, schwere Krankheiten und Missbildungen gehören in der Gegend Hiroshimas immer noch zur Tagesordnung und das 67 Jahre nach dem Desaster.

Passend zu diesem inhaltlichen Aspekt lagen viele gefaltete Origami-Kraniche auf den Tischen der Versammlung. Die Kraniche wurden zu einem Symbol der internationalen Friedensbewegung und des Widerstandes gegen den Atomkrieg als eine Schülerin aufgrund des Atombombenabwurfs in Hiroshima an Leukämie erkrankte und bis zu ihrem Tod Papierkraniche gegen ihre Erkrankung faltete und somit weltweite Anteilnahme an ihrem Schicksal gewann.

Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (Hier der Audiomitschnitt). Er sprach vor allem über die Rolle Bonns innerhalb der Friedensdebatte und erklärte, dass Bonn für viele wichtige Themen, wie Nachhaltigkeit oder Klimawandel einen Knotenpunkt darstellt. Die Grundvoraussetzung all dieser Themen sei jedoch Frieden und dieser sei keinesfalls eine Selbstverständlichkeit, wie vorherige Generationen auf traurige Weise erfahren mussten. Bonn ist damit auch eine wichtige Plattform für die Friedensbewegung und bereits viele ansässige internationale Organisationen und NGOs beschäftigen sich mit diesem Thema.

Bernd Strauch, Bürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, fügte hinzu, dass eine solche Mitgliederversammlung wichtig ist, um sich den langfristigen Problemen zu stellen, die eine einzige Generation nicht in der Lage sei zu lösen und somit an unsere Kinder weitergegeben werden müssen (Hier der Audiomitschnitt).

Als Höhepunkt der Veranstaltung war Alyn Ware geladen, der im Jahre 2009 den Right Livelihood Award, auch bekannt als der ‚alternative Nobelpreis‘, bekommen hat. Zudem ist Alyn Ware Mitbegründer und Koordinator des Parlamentarischen Netzwerks für Nukleare Abrüstung und Nichtverbreitung (PNND). Er betonte, dass sich leider viele über die Gefahren von atomaren Waffen nicht richtig bewusst sind beziehungsweise oft die Gefahren verdrängt oder vergessen werden, da sie nicht sichtbar sind. Umso wichtiger ist es, immer wieder an diese Gefahren zu erinnern. Selbst bei kontrollierten atomaren Tests sind Menschen noch hunderte von Kilometern entfernt krank geworden oder verstümmelt auf die Welt gekommen. Daher ist es schwer vorstellbar welche Katastrophe erst ein Angriff mit Atomwaffen auslöst (Hier der Audiomitschnitt).

Eine Veranstaltung und Organisation wie Mayors for Peace ist aus diesem Grund äußerst wichtig, um an die Gefahren atomarer Waffen zu erinnern und durch einen Zusammenschluss stärker gegen Atomwaffen angehen zu können.

Die Bedeutung der Veranstaltung wurde außerdem durch einen Beitrag von einem M4P-Mitglied deutlich. Seine Partei, die CDU, stellt die Friedensbewegung zwar nicht in den Mittelpunkt, allerdings würde das Thema ihn als Person sehr beschäftigen. Da sein Vorgänger den Mayors for Peace damals beigetreten ist, hat er die Mitgliedschaft übernommen und konnte sich erst durch diese Versammlung von der Arbeit der Organisation überzeugen. Viele angesprochene Aspekte waren ihm vor der Veranstaltung nicht bewusst, aber er möchte sich zukünftig näher mit diesen Inhalten beschäftigen.

Mittlerweile sind neben Bonn über 400 deutsche Städte Mitglied bei M4P. Weltweit sind es sogar über 5000 Mitgliedsstädte. Bleibt zu hoffen, dass diese Organisation noch weitere Bürgermeister auf das Thema aufmerksam macht.

Audioaufnahmen sind hier zu finden.
Fotos der Veranstaltung sind hier zu finden.

 

Euer Netzwerk Friedenskooperative

 

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