Warum nicht einfach mal alles anders machen?

Tobias Bollinger jongliert bei Jugendaktion gegen Atomwaffen. Foto: NPT Youth in Action

Warum eigentlich noch länger jedes Jahr zu den Konferenzen des Atomwaffensperrvertrags pilgern? Warum eigentlich den langweiligen runtergeratterten Reden zuhören? Warum weiter uns selbst als kleine Diplomaten verkleiden? Warum weiter diesen Vertrag legitimieren, der behauptet, dass fünf Staaten legale Atomwaffen besitzen? Wir haben beschlossen: Das muss sich ändern. Ab 2013 gibt’s Action, und zwar in Oslo!

Wir, das ist das europäische Jugendnetzwerk für Nukleare Abrüstung BANg – Ban All Nukes generation. Gegründet haben wir uns 2005 nach dem Scheitern der Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages, weil wir gemerkt haben, dass zum einen viel zu wenig junge Menschen wissen, dass uns noch immer Atomwaffen bedrohen. Zum anderen, weil junge Menschen kaum einen Zugang zur „großen Politik“ haben und mitreden können. Deshalb haben wir seitdem Bildungsarbeit in Schulen und Universitäten gemacht und dafür zusammen mit der Pressehütte Mutlangen ein Bildungstool entwickelt (nuclearfreeeducation.de). Außerdem haben wir Proteste an Atomwaffenlagern wie in Büchel oder Faslane mit Aktionen unterstützt. Und wir haben eben fünf Mal Jugendlichen eine Partizipation bei den Konferenzen zum Atomwaffensperrvertrag in New York, Wien und Genf ermöglicht.

Doch damit soll Schluss sein. Wir wollen uns verstärkt auf Bildungsarbeit und Aktionen konzentrieren um Kampagnen wie atomwaffenfrei.jetzt in Deutschland und ICAN international zu unterstützen. Atomwaffen gehören nicht wie im Atomwaffensperrvertrag auf Zeit legitimiert, sondern geächtet.

Wir suchen deshalb kleine Gruppen von Jugendlichen in ganz Europa, die Lust haben ein Jahr lang mit BANg und ICAN zusammen aktiv zu sein. Anfang 2013 wollen wir Druck auf unsere jeweiligen Regierungen ausüben, damit diese im März 2013 an der Konferenz über humanitäre Konsequenzen von Nuklearwaffen in Oslo – ausgerichtet von der norwegischen Regierung – aktiv teilnehmen. Wir fahren auch selbst dort hin, um uns in Kampagnenarbeit und Aktionen zu schulen und eigene Ideen und Projekte zu entwickeln. Auch werden wir an dem ICAN Civil Society Summit teilnehmen und diesen durch unsere Workshops mitgestalten. Wieder daheim werden wir das Gelernte gleich anwenden und die nächsten Monate unsere Unis und Innenstädte mit Aktionen zur Ächtung von Nuklearwaffen überfluten und eben mal nicht nach Wien zur nächsten Konferenz pilgern.

Wir hoffen, dass sich auch die Regierungen an uns ein Beispiel nehmen, und auch mal alles anders machen. Nach Oslo kommen statt nach Wien, nicht über Nicht-Weiterverbreitung sprechen, sondern über Abrüstung und diese nicht auf überübermorgen schieben, sondern auf jetzt!

Damit wir das finanzieren können haben wir einen Antrag bei der Europäischen Kommission im „Youth in Action Programme“ gestellt. Helft uns Daumen drücken, damit wir im Dezember auch eine Zusage bekommen!

Nina Eisenhardt Nina Eisenhardt ist Leiterin vom Jugendnetzwerk BANg und Mitglied des Kampagnenrats atomwaffenfrei.jetzt

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