1000 und eine Veranstaltung …

Hiroshimatag 2012Der zweite Aufguss des tollen grünen Tees wird gerade aufgegossen. Das müsste jetzt schon die vierte Kanne für heute sein. (Teekochen ist keine Aufgabe. Es ist eine Bestimmung!) Direkt neben der kleinen Teeecke klingt Esperanza Spalding’s Kontrabass aus den Boxen. (Für alle die das nicht wissen: Sie ist eine tolle junge Jazzbassistin.)

Ich sitze am Schreibtisch.

Ich sammele Informationen um am Ende einen neuen Veranstaltungskalender präsentieren zu können, der wiederum sämtliche friedenspolitische Veranstaltungen bereitstellen soll, die zum Beispiel anlässlich des Hiroshimatags im gesamten Bundesgebiet stattfinden.

Lied nach Lied füllt sich meine Exel-Tabelle mit neuen Namen und E-Mail-Adressen.

Es ist eine mühselige Arbeit. Oft klaubt man sich die Biografien der RednerInnen aus ganz unterschiedlichen Webseiten zusammen. Angeschrieben werden schließlich all jene, deren Vita sich auch nach einem längeren Aufenthalt in diversen Suchmaschinen nicht in dem angelegten Worddokument wiederfindet. Die Liste erweitert sich Schritt für Schritt. Auch wenn es oft kleine Schritte sind, am Ende stehen immerhin 4 beachtliche Listen. Die wichtigste stellt das Kernstück meiner Internetrecherche dar. Die Veranstaltungsliste. Zur Zeit sind es vor allem zwei dieser Kernlisten, denen meine Aufmerksamkeit gilt, soweit mich Esperanza Spalding nicht gerade ablenkt. Der Hiroshimatag, an dem die Friedensbewegung an die Atombombenabwürfe in Japan erinnert, und der Antikriegstag, der jedes Jahr am Tag des deutschen Überfalls auf Polen begangen wird und Jahr für Jahr auf aktuelle Krisenherde und schwelenden Konflikte aufmerksam machen möchte.

Es gibt hunderte dieser Veranstaltungen, durchgeführt von verschiedensten zivilgesellschaftlichen Initiativen, quer durch die Republik. Von den allermeisten hätte ich nie etwas gehört, gebe es nicht diesen Gesamtkatalog. Ständig kommen neue Aktionen, Kundgebungen und Informationsveranstaltungen hinzu. Je näher der Termin rückt, umso schneller müssen die neuen Veranstaltungen aufgenommen, bearbeitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

So fühle ich mich ein klein wenig Sysiphus-Like, denn die Liste wird solange nicht fertig, bis die Veranstaltungstage (meistens handelt es sich um eine Spanne von 4-5 Tagen, wobei sich das Gros der Aktivitäten auf einen Tag konzentriert) von der Gegenwart überholt wurden. Abgesehen davon, dass dann bereits längst die nächste Veranstaltungsreihe in den Startlöchern steckt, kommt ja noch einmal die Nacharbeit hinzu. Die Grußbotschaften, Wortbeiträge, Appelle, und Referate der verschiedenen ReferentInnen, die ihre Reden vorab nicht bekannt machen wollten, trudeln  schließlich nach und nach ein. Auch sie werden dem Gesamtkatalog beigefügt. So entsteht Stück für Stück ein Archiv, auf das auch in Jahren noch zugegriffen werden kann.

Ein solches Archiv ist europaweit (noch) einmalig. Erst wenn man versucht, sich einen schnellen Überblick über die Anzahl und Ausgestaltung friedenspolitischer AktivistInnen in Frankreich zu verschaffen, wird einem bewusst, wie wertvoll dieser Veranstaltungskalender eigentlich ist.

Natürlich führt das Wissen um die bloße Existenz einer Mahnwache in einer völlig anderen, weit entlegenen Stadt nicht dazu, dass man seine sieben Sachen zusammenpackt und sich auf dem Weg macht, aber da im Veranstaltungskalender auch die RednerInnen inklusive Kurz-Biografie enthalten sind, kann man sich Inspirationen und Ideen für eigene Veranstaltungen besorgen. Das ist immerhin das Schöne an der ganzen Sache. Man steht nicht so sehr in Konkurrenz zueinander.

Yannik ist der aktuelle Praktikant im Büro des Netzwerk Friedenskoopertaive und arbeit geradem am zustandekommen der Veranstaltungsliste zum Hiroshimatag 2012.

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