Sind Atomwaffen einfach out?

Flagge zeigen: Mayors for Peace„Vielleicht verdrängen die Leute das Thema Atomwaffen lieber?! Weil es ihnen zu große Angst macht, sich tatsächlich damit auseinanderzusetzen … “ „Oder es liegt daran, dass die Adressaten und Entscheider so wenig greifbar und so vielfältig sind. Nicht wie z.B. beim Thema Rüstungsexporte, wo die Verantwortlichkeit eindeutig bei der Bundesregierung liegt, gegen die man vorgehen kann. Gegen Atomwaffen zu kämpfen ist ein bisschen wie der berüchtigte Kampf gegen Windmühlen …“ „Ich könnte mir auch vorstellen, dass viele Leute einfach denken: Wird schon nichts passieren. Ist ja seit 1945 ‚gut gegangen‘. So blöd, tatsächlich noch mal eine Atombombe abzuwerfen, wird doch keine Regierung sein!“ „Ich glaube, es ist auch eine Frage des Zeitgeistes. Atomwaffen sind ein Relikt des Kalten Krieges. Und aus vielen Köpfen seit seinem Ende einfach verschwunden.“

Wir sitzen im Rathaus von Hannover bei unserem zweiten Kampagnenratstreffen dieses Jahr und diskutieren, woran es liegen könnte, dass das Thema Atomwaffen – obwohl die Bedrohung noch genauso real ist, wie zu Zeiten des Kalten Krieges – so wenig öffentliche Beachtung findet und z.B. die Pläne der US-Regierung die in Europa stationierten Waffen zu modernisieren kaum spürbaren Protest und Empörung hervorrufen.

Trotz vieler kleiner Erfolge und Aktionen seit Start der Kampagne – die erfolgreiche Tagung Friedenskultur, die Global Zero Radtour, die gute Medienresonanz zum Thema Banken und Investitionen in Atomwaffenproduzenten, einer wachsenden „Fangemeinde“ der Kampagne auf Facebook usf. –, macht sich doch das Gefühl breit, dass es ein sehr großer schwerer Stein ist, den wir mit unserer Kampagne ins Rollen bringen wollen.

Um auf neue Ideen zu kommen, schauen wir uns andere erfolgreiche Kampagnen an, listen verschiedene Punkte auf, und überlegen, ob und wie diese auf unsere Kampagnenarbeit übertragbar sind.

Nach diesen eher allgemeinen Überlegungen geht es dann daran, unsere nächste Aktion zu besprechen. Am 8. Juli 2012 heißt es in Kooperation mit den „Bürgermeistern für den Frieden“: „Flagge zeigen“. Vor vielen Rathäusern Deutschlands wird an diesem Tag die Fahne der „Mayors for Peace“ gehisst. Unter dem Motto „Städte sind keine Zielscheiben“ (Cities Are Not a Target) treten die Bürgermeister für den Frieden unter der Führung des Bürgermeisters von Hiroshima, Kazumi Matsui, für die Abschaffung der Atomwaffen und für den Abschluss eines internationalen Verbotsvertrages ein. Für die gemeinsame Aktion der Mitgliedsstädte und -gemeinden in Deutschland hat die 2020 Vision Campaign der Mayors for Peace eigens eine Flagge erstellt, die von den Mitgliedsstädten gegen einen Beitrag von 100,- Euro erworben werden kann. Als Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“ wollen wir den Flaggentag unterstützen und lokale Friedensgruppen und Aktivisten/innen mobilisieren, den Bürgermeistern an diesem Tag durch gemeinsame Veranstaltungen zur Seite zu stehen und mit ihnen „Flagge zu zeigen“ gegen Atomwaffen und für eine atomwaffenfreie Welt.

Folgende Städte und Gemeinde machen bereits mit (Stand: 15. Juni 2012): Bretten, Engen, Freiburg, Hannover, Kiel, Lohfelden, Mögglingen, Münster, Neustadt, Radeberg, Stuttgart und Wernau.

Samantha Staudte, Redakteurin von IPPNW-ForumSamantha Staudte (IPPNW) ist die Koordinatorin der Social Media für die Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“

Weitere Informationen über den Kampagnenrat

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