Demo gegen NATO-Gipfel in Chicago

Bei 30 Grad Hitze protestierten bis zu 15.000* Menschen am Sonntag vielfältig gegen die NATO in Chicago

Aus Deutschland waren die Abgeordneten von DIE LINKE: Inge Höger und Tobias Pflüger (letzterer auch von der Informationsstelle Militarismus), sowie Elsa Rassbach (American Voices  Abroad Military Project & DFG-VK) und Marion Küpker (GAAA/DFG-VK) mit unserem Kampagnen-Transparent „für den Abzug und gegen die Modernisierung der US-Atomwaffen in Deutschland und Europa“ dabei. Die bekannte Journalistin Amy Goodman interviewte Reiner Braun und Jesse Jackson neben Lucas Wirl (INES).

Unser Transparent “ Nuclear Weapons Illegal“, was die Waage der Gerechtigkeit aufzeigt, in der die Atomwaffen schwerer wiegen als das Völkerrecht (der Internationale Gerichtshof in Den Haag erklärte bereits am 8. Juli 1996 in seinem Gutachten den Einsatz und die Drohung mit Atomwaffen für illegal), erfuhr durch einen Passanten so große Zustimmung, das dieser das Transparent bis zum Ende der Demo mit trug.

Es stellte sich heraus, das dieser Passant ein Rechtsprofessor an einer Chicagoer Universität ist. Bei 30 Grad Hitze zeigten viele Umwelt- und Friedensgruppen (z.B. Code Pink), sowie Menschen aus den Ländern, die von der NATO besetzt werden, wie ihre Themen mit der NATO zusammen hängen.

Höhepunkt war die Rückgabe der Kriegsmedaillen von 40 US-SoldatInnen: darunter vier Frauen (eine afroamerikanische, eine lateinamerikanische Frau, sowie zwei weiße Soldatinnen) und sieben afroamerikanische Soldaten, drei lateinamerikanische, einer aus Puerto Rico…

Ray Parrish (Military Counseling Service) erklärte, welche zusätzlichen Probleme heute beim US-Militär durch den dortigen Sexismus und Rassimus entstehen. Während junge SoldatInnen in der Schule lernen, dass diese „ismen“ der Vergangenheit angehören, machen sie beim Militärdienst genau gegensätzliche Erfahrungen. So werden z.B. 50 % des weiblichen Militärpersonals im Dienst von ihren „Kameraden“ vergewaltigt und unter den Männern liegt die Quote bei 10 %…

Und über die wirklichen Hintergründe ihres Kriegseinsatzes werden sie von Anfang an belogen…

Erst nach Abschluss der Demo kam es zu den in den Medien gezeigten Bildern über gewalttätige Zusammenstöße zwischen Polizei und Protestanten. Diese Bilder waren anscheinend gewollt, da auf der Demo viele Menschen (auch mit ihren Kindern) waren, welches ein ganz anderes Bild auf die Seriösität dieser  Proteste wirft. Stattdessen lief die Aufstandspolizei erst am Ende groß auf, um die verbliebenen Menschen schnellst möglich und rabiat auflösen zu wollen, was einige nicht einfach hinnehmen wollten.

*laut Demo-Organisatoren.

Hier sind alle Bilder von der Demo in Chicago

Marion Kuepker, atomwaffenfrei.jetzt

Marion Küpker  ist von der GAAA – “Gewaltfreie Aktion Atomwaffen abschaffen” und Mitglied des Kampagnenrats von “atomwaffenfrei.jetzt”

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