Kampagne erfolgreich gestartet – und nun?

Die neue Webseite steht. Die Pressemitteilung ist um 11 Uhr herausgeschickt. Gepostet wurde der Start auf Facebook und Twitter. Der Newsletter habe ich heute Nachmittag nachgeschoben. Jetzt sind wir gespannt – wie reagieren die Leute?

Der erste Anruf kam kaum zehn Minuten nach der Verschickung der Pressemitteilung. Es war die Tagesschau. Aber der Journalist wollte doch nicht von der Kampagne hören, er wollte nur Informationen zu den jeweiligen Atomarsenalen der Atomwaffenstaaten, weil er zum Nuklearsicherheitsgipfel in Seoul was schreibt. Ich verweise ihn auf die Atomwaffen A-Z Seite. Was würde ich zum Iran sagen, fragte er, das Land würde nicht auf unsere Liste von Atomwaffenstaaten stehen? Es hat noch keine Atomwaffen, sage ich. Das ist der Trick an ihrem Spiel, eine Ambivalenz über diese Frage zu erzeugen. Man kann höchstens sagen, es sei ein Schwellenland wie Japan und Deutschland auch. Zum Schluss gebe ich ihn den Hinweis, auf der Seite atomwaffenfrei.de zu schauen. „Da sehen Sie eine nagelneue Kampagne von fünfzig Organisationen, die sich für die Abschaffung aller Atomwaffen einsetzen“, sage ich und lege auf. Seufz.

Kurz vor 14 Uhr kam eine Mail: Christian Ude, Oberbürgermeister von München schickt uns eine „Solidaritätsadresse“. Da kann ich mich freuen – jemand nimmt Notiz von unserer Kampagne!

Am wichtigsten wäre, dass der Kampagnenfilm von vielen wahrgenommen wird. Er stellt das Problem und die Lösung in nur ein paar Minuten dar. Genau richtig für unsere hektische Gesellschaft. Wir überlegen, ihn für den Alternativen Medienpreis vorzuschlagen, weil er die Teilnahmebedingung erfüllt, „ein Thema zu bearbeiten, das von großen Medien vernachlässigt wird“.

Schließlich ist das die wichtigste Frage für uns: wie können wir Menschen für das Thema interessieren? Ich lese die Kommentare auf der Seite im Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin und höre teilweise eine Resignation heraus, die manche deprimieren könnte (mich nicht, ich bleibe immer optimistisch). Ein Gast kommentiert ihre Zustimmung so: „Trotz der geringen Chance, dass die Vernunft gewinnt…“. Warum sehen viele diese Chance eigentlich als so gering an? Die Mehrheit für den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland ist größer als für den Ausstieg aus der Atomenergie. Die Bundesregierung und der Bundestag haben beide beschlossen, dieses Ziel zu verfolgen. Auch die Abschaffung aller Atomwaffen ist keine Utopie, sondern von vielen als einzig realistischen Weg vorwärts – behaupten Henry Kissinger, Hans-Dietrich Genscher und andere.

Wir brauchen mehr Mut und Hoffnung, in meinen Augen. Packen wir die großen Themen an, sie sind es wert. Wenn Deutschland eine klare Linie für die Abrüstung vertritt, können die Auswirkungen auf das langfristige Ziel groß sein.

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