Gräben überwinden

Im Bundestag beschäftigen sich 120 Abgeordnete verstärkt mit Fragen des Militärs und der Abrüstung. Sie sitzen in folgenden Ausschüssen: Verteidigung und Auswärtiges sowie im Unterausschuss Abrüstung und Rüstungskontrolle. Für die Lobbyarbeit der Kampagne habe ich diese in einer Adressdatei zusammengestellt. Zwei Mal erhielten sie schon Post. Das erste Mal mit „Im Blick: Withdawal Issues“, einer Studie aus den Niederlanden über die Standpunkte der NATO-Staaten zum Abzug der Atomwaffen aus Europa. Ich bat sie im Begleitbrief um eine persönliche Stellungnahme zu unserer Kampagne. Fast ein Drittel hat geantwortet. Aus der Union kamen aber nur drei Antworten. Im nächsten FreiRaum und auf unserer Homepage www.pressehuette.de veröffentlichte ich alle Antworten. Sie können für die weiteren Kontakte genutzt werden.

Eine Ausnahme kenne ich in der CDU: Roderich Kiesewetter. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Unterausschusses. Er wurde das erste Mitglied der Union beim Parlamentarischen Netzwerk für nukleare Nichtverbreitung und Abrüstung PNND. Er hat in seinem Wahlkreis zu den Königsbronner Gesprächen eingeladen. General ad. Naumann war dort Referent. In seinem Vortrag forderte er mehr politische Mitsprache bei Auslandseinsätzen und mehr Geld dafür. Über Abrüstung sprach er nicht, nur über die vermeintlichen Atomwaffen des Iran. Er ist Mitglied von Global Zero. Ich sprach ihn in der Fragerunde darauf an. Als ich aufstand und mich für die Frage vorstellte, wurde die Stimmung eisig und gespannt. Der Saal war voll mit Reservisten und CDU-Mitgliedern. Es gibt noch viele Vorurteile abzubauen. Die Antwort von Naumann entsetzte mich. Er sprach über die Atomwaffen in Büchel als den „harmlosen Dingern“. Ich verstehe nicht, was ihn antreibt, einerseits in Abrüstungsinitiativen mitzuarbeiten und andererseits solche Äußerungen zu machen.

Roderich Kiesewetter kam beim Mittagessen (es gab auch vegetarische Maultaschen) auf mich zu und bedankte sich für die Frage. Wir verabredeten dabei auch ein Abgeordneten-Frühstück im Bundestag zum Auftakt unserer Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“. Zusammen mit seinem Büro und dem Büro von Uta Zapf (SPD) luden wir die 120 Abgeordneten ein. Es ist schon ein außergewöhnliches Bild, wenn auf dem Einladungsschreiben oben der Bundesadler prangt und unten bei meiner Unterschrift das Kampagnenlogo. Mal sehen wie viele am kommenden Donnerstag kommen.

Wolfgang Schlupp-Hauck, Pressehütte MutlangenWolfgang Schlupp-Hauck von der Pressehütte Mutlangen ist Sprecher der Kampagne atomwaffenfrei.jetzt

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