Keine Atomwaffen – Investiert in menschliche Bedürfnisse!

Marion Küpker, GAAA

Marion Küpker, GAAA

Am Freitag und Samstag (30. April/1. Mai) fanden sich 1.000 Menschen in der beeindruckenden Riverside Church, in der schon Martin Luther King Reden hielt, unter dem Transparent ein: Keine Atomwaffen — investiert in menschliche Bedürfnisse! (No Nukes — Fund Human Needs!). Die Eröffnungsreden standen in der Tradition von Kings gewaltfreiem Kampf und wiesen auf die Untrennbarkeit unseres Kampfes gegen Atomwaffen und Militarismus hin. Hier ein paar Eindrücke:

  • Zia Mian, der u.a. das Projekt Frieden und Sicherheit in Südasien ab der Princeton Universität leitet, sagte: „Wir können die Atomwaffen abschaffen, und nichts ändert sich!“ Weiter erklärte er, dass von den weltweit über eine Billion $ (genau 1.484 Milliarden $ in 2009 laut dem International Peace Bureau) Rüstungsausgaben 90 % für konventionelle Waffen seien und nur  10 % für nukleare, und wir daher aufhören müssten, nur über Atomwaffen zu reden. 10 % reiche nicht für die elementaren Bedürfnisse der Menschheit!
  • John Burroughs von der US-Anwaltsvereinigung zur Atompolitik benannte, dass der Atomwaffensperrvertrag nicht als Vertrag zu Abrüstung eingerichtet worden sei. Er besäße Doppel-, sogar Dreifach-Standards und auch sei kein Überwachungssystem durch die IAEA (internationale Atomaufsichtsbehörde) eingerichtet worden. Zusagen seien nicht genug, es bedürfe fester Regeln, die für alle gelten müssten.
  • Tomas Magnusson, vom International Peace Bureau, mochte den NPT noch nie, da er der Weltbevölkerung ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit vermittele und uns den militärisch-industriellen Komplex vergessen lasse. Dieses sei verkehrt, und dieser Vertrag sei zur Kontrolle über die anderen Länder eingerichtet worden und zur Weiterverbreitung der Atomenergie.

Es wurde bekannt gegeben, dass 7 Millionen Unterschriften mit unseren Forderungen zum NPT gesammelt wurden.

Am Samstag berichtete ich in unserem Workshop „Nuclear Weapons in Europe and the US & Nonviolent Resistance“ u. a. über unseren europaweiten Aktionstag (3. u. 4. April) an den europäischen Atomwaffenstandorten und von der internationalen Blockadeaktion im Februar in Aldermaston (GB), sowie über unsere aktuelle Vernetzungsarbeit.

Am Sonntag, dem 2. Mai, fand unsere Demonstration mit 10.000 Menschen statt, worüber kein Wort in der New York Times, auch  nicht im Lokalteil, und soweit bekannt, auch in keiner anderen US-Zeitung erschien.

The War Resister League (WRL) vergab Sonntagabend am 2. Mai den 2010 Peace Award an Kathy Kelly für ihre Arbeit in Voices for Creative Nonviolence. Die lebt immer wieder wochen- und monatelang gemeinsam mit der Bevölkerung z.B. im Irak oder Pakistan – seit Montag ist sie zusammen mit Simon Harak auf der Reise – und bringt deren Geschichten zurück nach Hause, um über die Auswirkungen von Sanktionen und Krieg zu berichten. An dem Award-Abend erzählte sie, wie sie am 4. April, dem Todestag von King spontan über Skype ihre jungen afghanischen Freunde anrief, die außerhalb der Konfliktzone in Pakistan leben und über wenig Strom verfügen, aber immer wieder versuchen, online zu sein. Sie fragte sie, ob sie King kennen würden, und sie war erstaunt, als sie mit King-Zitaten antworteten.

Für Montag, den 3. April, organisierte War Resisters League aus New York eine Aktion Zivilen Ungehorsam, indem Flügblätter von 8-10 Uhr morgens im Central Station Bahnhof verteilt wurden. Dieses soll auf allen sog. privaten Plätzen verboten sein. 80 Menschen nahmen daran teil und machten auf die NPT-Konferenz mit der Forderung aufmerksam: „No Nukes Begin with U.S.!“ 25 Menschen wurden festgenommen und nach wenigen Stunden wieder freigelassen.

Montag war auch erster NPT-Konferenztag, an dem wir in der General Assembly nicht zuhören konnten, weil wir von 10 bis 16 Uhr mit max. 100 Menschen Schlange standen/saßen (nicht zu verwechseln mit der langen Besucherschlange, die in den TV Nachrichten zu sehen war), um unsere Akkreditierungen zu bekommen, die bis15 Uhr von nur einer Person bearbeitet wurden. Ob dieses so gewollt war, damit es bei den Reden von und zu dem iranischen Präsidenten keine Zwischenrufe von unserer Besuchertribüne gibt, kann ich nur vermuten.

Übrigens: Das Wetter ist hier super!

Marion Küpker ist Internationale Koordinatorin der DFG-VK für Atom- und Uranwaffen und für die GAAA

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