Beginn der Internationale Konferenz für eine atomfreie, friedliche, gerechte und zukunftsfähige Welt

Ida Persson

Ida Persson, IPPNW-Studierende

Den Auftakt der Ereignisse rund um die Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag machte am 30. April die International Conference for a nuclear-free, peaceful, just and sustainable world in der Riverside Church.

Diesen Titel habe man bewusst gewählt, um den Zusammenhang zwischen Nuklearwaffen, Militarisierung im Allgemeinen, sozialer Ungerechtigkeit und dem Klimawandel aufzuzeigen.

Ziel der Veranstaltung sei auch der Austausch an Information und der langfristige Aufbau von Netzwerken, so die Veranstalter, die sich aus verschiedenen NGOs zusammensetzen.

Um die 800 AktivistInnen aus aller Welt nahmen heute Abend an der Eröffnung der Konferenz teil und erzeugten durch ihre bloße Anwesenheit die einzigartige Atmosphäre, die dann entsteht, wenn viele Menschen für eine bestimmte Sache von weit her anreisen.

Der Wunsch nach Frieden, der die TeilnehmerInnen an diesem Tag zusammengebracht hat, wurde nicht zum ersten Mal in Riverside Church zum Thema. Vor über vierzig Jahren, zu Zeiten des Vietnamkrieges, hielt Martin Luther King hier seine Rede „Beyond Vietnam: Time to break the silence“, in der er das sofortige Ende des Krieges forderte. Auf seine Worte wurde am heutigen Tag mehrmals zurückgegriffen. So auch durch Vinie Burrows, Schauspielerin und Friedensaktivistin aus New York, die zur Einleitung der Plenarsitzung eine szenische Lesung zu King’s Rede hielt. Rassismus, Armut und Krieg – das sind für ihn die zentralen Probleme gewesen, ineinander verflochten und nur zusammen auflösbar.

Was die Ergebnisse von Krieg oder genauer genommen die Ergebnisse eines nuklearen Angriffes sind, wurde im Hibakusha Testimony von Terumi Tanaka, Generalsekretär der Japan Confederation of A- and H-Bomb Sufferers (Nihon Hidankyo)  deutlich gemacht. Er hat mit 13 Jahren den Atomwaffenangriff in Nagasaki überlebt und dabei einen Großteil seiner Familie verloren. Der Aufruf zur Abrüstung dürfte tausendfach stärker klingen, wenn er von einem Menschen kommt, der diese Erlebnisse als persönliche Erinnerungen mit sich sein Leben lang herumtragen muss. Wenn die Entscheidungsträger das nur hören könnten – und verstehen!

Mehrmals wurde gemahnt, die Entscheidungsträger nicht zu vergessen. Zia Mian, pakistanisch-amerikanischer Physiker und zurzeit Direktor von „Project on Peace and Security in South Asia“, übte in seinem Redebeitrag offene Kritik gegen die Obama-Administration, weil bis jetzt viel versprochen und wenig umgesetzt wurde. Zur Anregung schlug er vor die neue Atomwaffendoktrin mit der alten der Bush-Administration zu vergleichen und sich zudem den Anstieg des amerikanischen Atomwaffenbudgets bewusst zu machen (momentan 50 mrd. Dollar im Jahr!). Anderseits plädierte Mian dafür, die Atomwaffenpolitik nicht zu isoliert zu betrachten, sondern als ein Aspekt von Militarismus und Ungerechtigkeit, der ebenso wie andere bekämpft werden muss. Kapitalismus und Klimawandel sind andere Aspekte der Ungerechtigkeit, die auch als Hindernisse für den Frieden erkannt werden müssen.

Deswegen findet die Konferenz ausgerechnet unter dem oben genannten Titel statt. Atomwaffenfrei ist eine Bedingung des weltweiten Friedens – ebenso wie soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Wenn wir also zusammenkommen um die Überprüfungskonferenz des Nicht-Verbreitungsvertrages kritisch zu beobachten – müssen wir im Bewusstsein behalten, dass Nichtverbreitung keineswegs das Ziel sein kann. Erst die komplette, ausnahmslose Abrüstung in Verbindung mit den Gesellschaftsveränderungen, die für einen weltweiten Frieden notwendig sind, können und sollten uns zufriedenstellen. Bis dahin gilt es zivilgesellschaftliches Engagement zu zeigen und gemeinsam den Politikern wissen lassen: Wir schauen genau hin! Wir überprüfen, was ihr macht.

Ida Persson, IPPNW-Studierende, 30.4. New York

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1 Kommentar

  1. […] Abrüstungsbewegung spricht die Welle der Hoffnung und Begeisterung über den großen Erfolg der NGO-Konferenz in der Riverside Church zum Auftakt der NPT-Konferenz (30. April/ 1. Mai). Getragen von der allgemeinen Stimmung galt es […]


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